Nachhaltigkeit: BNE in der frühkindlichen Bildung 

Für uns und die nachfolgenden Generationen müssen wir uns die Frage stellen, wie wir in Zukunft leben wollen. Weltweite Herausforderungen, wie Armut, Pandemien oder der steigende Meeresspiegel, betreffen uns alle und können nur von allen gemeinsam gelöst werden. Dieser Gedanke einer weltweit vereinten und gemeinsamen Herangehensweise zur Lösung steckt damit auch hinter der Formulierung der so genannten Global Goals.  

Mit der Vision, eine friedliche und nachhaltige Gesellschaft zu gestalten, haben die Vereinten Nationen daher im Herbst 2015 die globale Nachhaltigkeitsagenda verabschiedet. 17 Ziele bilden den Kern der Agenda und fassen zusammen, in welchen Bereichen nachhaltige Entwicklung gestärkt und verankert werden muss.  

Um diese Ziele zunächst einmal zu verstehen und in den eigenen Kontext einzuordnen, muss jeder Einzelne nachvollziehen können, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf die Welt hat. So entstehen aus den Nachhaltigkeitszielen wiederum Lernziele, durch die Menschen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln befähigt werden sollen. In dem Zusammenhang steht das Kürzel „BNE“ für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung. „Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweit, gegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster.“ (bne-portal.de, Bundesministerium für Bildung und Forschung) 

In der element-i Pädagogik wird jedes Kind individuell nach dessen Interessen und Fähigkeiten gefördert und gefordert, damit es sich zu einem selbstständigen, mündigen und starken Erwachsenen entwickelt, der sich und die Welt reflektiert und Verantwortung für sein Handeln übernimmt. 

Früh übt sich

Wer sein Handeln und dessen Auswirkungen auf die Welt versteht, der ist auch in der Lage, verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Der Grundstein dafür sollte also bereits bei den Kleinsten gelegt werden. Bereits in der frühkindlichen Bildung können Kindern zukunftsrelevante Fragestellungen auf eine spielerische, altersgerechte Art angeboten werden, um sie so für BNE-Themen zu sensibilisieren.  

Konzept-e macht sich als Trägernetzwerk seit Jahren stark für Themen wie Globales Lernen, BNE, die Umsetzung der Global Goals und eine sinnstiftende Naturraumpädagogik. Aus diesem Grund haben die element-i Bildungsstiftung und die Freie Duale Fachakademie für Pädagogik, die Global Goals Aktionstage ins Leben gerufen. 

Verschiedene Kinderhäuser, wie beispielsweise die element-i Betriebskindertagesstätte der Firma Weleda in Schwäbisch Gmünd, sind ebenfalls bereits auf einem guten Weg. Das Kinderhaus Weleda ist einer von vielen Akteur*innen des Netzwerks Kita-weltbewusst 2030 und setzt sich für mehr Sichtbarkeit von BNE in der frühkindlichen Bildung ein.  

Warum eigentlich Bildung?

Ja, warum? Könnten nicht Gesetze die Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung viel besser durchsetzen? Nein, denn gute Bildung geht über reines Faktenwissen hinaus. Gute Bildung ermöglicht es Menschen, Fähigkeiten zu entwickeln wie etwa: 

  • vorausschauendes Denken, 
  • interdisziplinäres Wissen, 
  • autonomes Handeln, 
  • und die Teilnahme an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen. 

BNE dient also nicht nur dazu, Nachhaltigkeitsthemen, wie Klimaschutz und Biodiversität zu thematisieren, sondern gestaltet Lernen auf interaktive Weise, um forschendes, aktionsorientiertes und transformatives Lernen zu ermöglichen. Mitmachen fördert kritisches Denken, Teamfähigkeit und weitere Fähigkeiten. Ganz nach dem element-i Motto #eskommtaufmichan. 

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„Ich wünsche mir mehr Mut und Experimentierfreude an den Schulen“

Schule der Zukunft muss sich auf dauernden Wandel und dauernde Veränderung vorbereiten. Sich selbst und andere, insbesondere in Zeiten und für Zeiten der Krise. Eine Krise ist immer die Chance zur Veränderung. Die Coronapandemie könnte als große, gesellschaftliche Krise nicht nur die einzelnen Schulen, sondern das gesamte Schulsystem hin zu besseren Wegen des Lernens leiten. Nach drei Lockdowns, Homeschooling und einer quasi Zwangsdigitalisierung sämtlicher Schulen hat die Pandemie in den Fokus gerückt, was in unserem Bildungssystem funktioniert und wo dessen Schwachstellen liegen.

In Deutschland haben autarke Schulen freier Träger wie die element-i Grund- und Gemeinschaftsschulen bewiesen, dass sie auch in Krisenzeiten sehr gut funktionieren. Eva Lang ist die Bereichsleiterin Schulpädagogik bei Konzept-e, dem Trägernetzwerk für Bildung und Betreuung. Während der Pandemie war und ist Homeoffice für sie nur eine bedingte Option. Denn ob und wie der teilweise kurzfristig notwendige Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht in den element-i Einrichtungen umgesetzt wird, muss sie auch vor Ort überprüfen.

Frau Lang, wie haben Sie die Situation in den Schulen erlebt?

Unsere Schulpädagoginnen und -pädagogen haben den Umstieg auf digitales Lernen sehr schnell vollzogen. Dabei kam uns zu Hilfe, dass wir im Unternehmen bereits mit einer digitalen Lernplattform gearbeitet haben, in die wir übers Wochenende alle Schülerinnen und Schüler der element-i Schulen einbeziehen konnten. Die Arbeit am Laptop gehört in unseren Schulen zum Alltag, ebenso wie selbstständiges Lernen. Dadurch hatten auch die allermeisten Schülerinnen und Schüler keine Schwierigkeiten, sich auf das digitale und selbstständige Fernlernen umzustellen.

Wie sieht der Tagesablauf einer element-i Schule aus und was hat sich verändert in Zeiten von Lockdowns und Notbetreuung?

Jeder Tag bei uns startet mit der so genannten Lernkonferenz. Hier kommen alle Kinder, die Pädagoginnen und Pädagogen zusammen und besprechen den Tag. Die Kinder können im vorgegebenen Rahmen selbst mitbestimmen, was und bei wem sie lernen wollen. Dafür steht das „i“ in element-i: individuell, interessenorientiert und interaktiv. Das ist unser grundlegendes Verständnis von Bildung und Erziehung. Im Anschluss an die Konferenz geht es allein oder in Gruppen in die verschiedenen Arbeitsphasen. Dabei wird jedes Kind individuell von den Pädagoginnen und Pädagogen betreut. Während der Pandemie waren einige Schülerinnen und Schüler, wenn es von den Behörden erlaubt war, vor Ort, andere im Homeschooling zuhause. Trotzdem kamen alle jeden Morgen zur Konferenz zusammen. Der Laptop stand auf dem Tisch, die Kinder zuhause waren per Videokonferenz zugeschaltet, die Kinder vor Ort saßen um oder auf dem Tisch gemeinsam mit den anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen. In den anschließenden Arbeitsphasen wurden die anwesenden Kinder von einer Kollegin vor Ort betreut, eine andere zog sich mit dem Laptop zurück und betreute die Kinder, die daheim geblieben waren. Das hat sehr gut funktioniert.

Die Schülerinnen und Schüler werden also schon früh an Themen wie Internet und Digitalisierung herangeführt?

Der MINT-Schwerpunkt an unseren Schulen nimmt Zukunftsthemen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz in den Blick. Wir sind uns bewusst, dass die fortschreitende Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert und die Heranwachsenden vor ganz neue Herausforderungen stellen wird. Darauf müssen wir sie vorbereiten, denn viele werden einmal in Berufen arbeiten, die es so heute noch gar nicht gibt. Daher steht für uns die Vermittlung von Zukunftskompetenzen im Zentrum – wie der Einsatz digitaler Medien als Werkzeug zum Lernen und für die Bearbeitung von Projektaufgaben oder der Umgang mit unsicheren Situationen sowie die Fähigkeit, selbstständig Probleme zu lösen. Für Grundschulkinder sorgen wir für einen ausgewogenen, altersangemessenen Mix aus haptischem, sinnlichem Lernen, kognitiver Auseinandersetzung, sozialem Lernen und Umgang mit digitalen Medien.

Ein Vorteil in der Pandemie?

Was ich während Corona vor Ort in den Schulen beobachtet habe, ist, dass die einzelnen Lehrkräfte, aber auch die meisten Eltern mit ihren Kindern, sehr gut klargekommen sind. Sicher gab es hin und wieder auch einmal Probleme, wo beispielsweise der Internetanschluss zuhause nicht so gut ist, aber grundsätzlich hat das Homeschooling, dort im Umfeld, wo das Kind schon vor Corona von den Eltern gefördert und unterstützt wurde, ebenfalls sehr gut funktioniert.

Vergrößern Privatschulen nicht die Kluft zwischen Kindern aus sozial bessergestellten sowie bildungsnahen Haushalten und Kindern, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können?

Es ist an der Zeit, Kitas und Schulen neu zu denken. Es wird eine gesellschaftliche Aufgabe sein, Zukunftskompetenzen einschließlich der digitalen Technologien allen Kindern – auch denen aus bildungsfernen Haushalten – gleichermaßen zugänglich zu machen, um dem Ungleichgewicht der Bildungschancen wirkungsvoll zu begegnen. Dafür müssen Schulen von der Politik mehr Freiheiten bekommen, und wir müssen das, was wir über gutes Lernen wissen, auch in die Breite der öffentlichen Schulen hineintragen. Derzeit haben wir immer noch staatliche Schulen, wie zu Zeiten, als ich zur Schule gegangen bin: mit großen Klassenverbänden, nicht altersgemischt und Frontalunterricht. In der element-i Gemeinschaftsschule ermutigen wir unsere Schülerinnen und Schüler, ihren persönlichen Interessen nachzugehen und diese in den Unterricht einzubringen. Wir schaffen einen verbindlichen Rahmen, in dem wir ihnen möglichst große Freiheiten geben können, und setzen ebenso die notwendigen Grenzen, die sie für eine optimale Entwicklung brauchen. Außerdem sind wir der festen Überzeugung, dass Bildung und Bildungserfolge nicht von der sozialen Herkunft abhängen dürfen, daher gibt es bei uns unter anderem auch Stipendien.

„Wo“ Kinder für die Zukunft lernen, wird dann gar nicht mehr entscheidend sein?

Richtig. Selbstverständlich ist Lernen ein sozialer Prozess, der im Austausch, im Diskurs, im persönlichen Miteinander stattfindet. Gleichzeitig haben wir Schülerinnen und Schüler erlebt, die sehr davon profitiert haben, dass sie während der Schulschließung zuhause ohne Ablenkung und in ihrem vertrauten Umfeld lernen konnten. Wir haben da ähnliche Erfahrungen wie bei den Erwachsenen im Homeoffice gemacht. Ein neuer Ansatz von uns soll den Kindern auch weiterhin ermöglichen, einen Teil ihrer schulischen Lernzeit zuhause zu verbringen. Das passt zu unserem zentralen Anliegen, lernen für die Kinder zu gestalten – die klassische Schule gestaltet Lehren für die Lehrer. Wenn wir den Fokus konsequent auf die Lernenden und die besten Voraussetzungen und Bedingungen für deren Lernen verschieben würden, würde sich im Schulsystem viel verändern.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft unseres Bildungssystems? Was können wir aus der Krise mitnehmen?

Ich wünsche mir mehr Mut und Experimentierfreude an den Schulen – an allen Schulen. Dieser Gedanke bewegt mich schon lange. Wie muss Schule aufgestellt sein, wenn man Kinder und Jugendliche für eine digital transformierte Gesellschaft vorbereiten will? Wenn wir Schülerinnen und Schüler in eine Gesellschaft entlassen wollen, die sich in rasender Geschwindigkeit digital transformiert? Diesen Blick auf das gesellschaftliche Handeln müssen wir wieder öffnen.

Das Interview führte Christian Klar.

Kita und Schule 2.0: Welche Skills brauchen unsere Kids für die Zukunft? 

Weltweit verändern sich Institutionen und das Verständnis von Bildung rapide – das war auch vor Corona schon so. Allerdings hat die Pandemie gnadenlos aufgedeckt, was in unserem Bildungssystem funktioniert und was nicht. In der Krise hat sich gezeigt, dass vor allem die autarken Schulen freier Träger gut funktionieren, weil sie in der Bildung andere Wege des Lernens beschreiten. 

In freien Schulen, so wie auch in den element-i Grund- und Gemeinschaftsschulen, wird Bildung individualisiert. Sie hat nicht mehr die Anpassung an gesellschaftliche Gegebenheiten zum Ziel, sondern fördert die individuellen Talente der Schüler*innen, sodass sie sich zu selbstbewussten, mündigen und starken Menschen entwickeln können, die sich und die Welt reflektieren sowie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Sicher auch ein Grund, warum private Schulen seit Jahren wachsende Schüler*innenzahlen verzeichnen.  

Naturwissenschaften im Fokus

In Europa und Nordamerika erwerben zudem immer mehr Menschen eine akademische Ausbildung, werden immer mehr zu Arbeitnehmern in den Bereichen Forschung, Technik und Entwicklung. In einer solchen Wissensgesellschaft wird es für eine alternde Bevölkerung wie in Deutschland immer schwerer, mit der Konkurrenz aufstrebender Länder wie China oder Indien mitzuhalten.  

Freie Kindertagesstätten und Schulen setzen in ihren Lehrplänen oft einen MINT-Schwerpunkt, konzentrieren sich früh auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Viele element-i Kinderhäuser wurden bereits als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert. Darüber hinaus erfolgt die Betreuung häufig bi- oder trilingual durch den Einsatz von Muttersprachlern. In den Kitas sicherlich noch, um die Kinder durch Sprachimmersion an andere Sprachen heranzuführen, später in den Schulen dann für den sicheren Spracherwerb. 

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings für die Erzieher*innen: Je stärker sich die Wissensgesellschaft ausprägt, je größer die Konkurrenz durch Schwellenländer wird und je höher die Leistungserwartungen an erwerbstätige Eltern werden, umso mehr wachsen die Ansprüche an Betreuung. Erzieher*innen müssen nicht nur die Bildung von Kleinkindern intensivieren, sondern auch den abnehmenden Einfluss der Familienerziehung kompensieren. Das wird nur mit einer qualitativ guten Ausbildung, einer intensiveren Fortbildung sowie besseren Rahmenbedingungen möglich sein.  

Vorbereitet sein auf die Welt von morgen

Bildung wird immer digitaler und eröffnet damit ganz neue Chancen. „Warum sollten Schüler beim Durchführen eines Experiments nur zuschauen, wenn sie das im virtuellen Laboratorium selber durchführen können?“, fragt OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher, Chef der Pisa-Studie. Gleichzeitig sei die Technologie in der Lage, das Lernen der Schüler*innen feinkörnig zu erfassen. Sie könne sehr genau erkennen, wo eine Schülerin oder ein Schüler Probleme habe – und die Aufgaben passgenau adaptieren. „Als Lehrkraft von heute und morgen müssen Sie ein guter Coach sein, ein guter Mentor“, sagt Schleicher. „Sie müssen Ihre Schüler als Personen kennen, nicht nur Ihr Unterrichtsfach.“  

Es geht längst nicht mehr darum, alles zu wissen. Durch den täglichen Informationszuwachs wird Wissen ständig mehr, veraltet aber auch schneller. Der Vorteil von heute: Es ist leichter zu finden als früher – dank des Internets als flexibler, schier unerschöpflicher Wissensquelle. In Zukunft werden deshalb Menschen gefragt sein, die mit Wissen und Nichtwissen souverän umgehen können. Anstatt eines „Universalwissens“ benötigen sie vielmehr Kreativität und die Fähigkeit, Kontexte herzustellen. Fähigkeiten, die auf der Erfahrungsebene entstehen – etwas, das Maschinen (noch) nicht nachvollziehen können.  

Schüler*innen zu ganzheitlichen Persönlichkeiten bilden

In freien Einrichtungen bedeutet „Lernen“ nicht „Auswendiglernen“ von Wissen, sondern Kompetenzerwerb. Und die beste Voraussetzung, die ein Bildungssystem seinen Schüler*innen dafür geben kann, ist eine ganzheitlich gebildete Persönlichkeit. Die Schule der Zukunft vermittelt ihren Schüler*innen Selbstwirksamkeitserfahrungen, die ihnen helfen, auch unter schwierigen Umständen optimistisch zu bleiben und eigene Lösungen und Wege zu suchen. So wie aktuell in Zeiten einer gesamtgesellschaftlichen Krise. Selbstständiges Lernen gehört element-i Einrichtungen zum Alltag. Die meisten Schüler*innen hatten keine Schwierigkeiten, sich auf das digitale und selbstständige Fernlernen umzustellen.  

Fazit

Kreativität und eine ganzheitliche Persönlichkeit sind die Ziele des Humboldt’schen Bildungsideals, das insbesondere in freien Einrichtungen ein Revival erfährt. Schulen und Kindertagesstätten, die sich zudem die Vermittlung von Neugierde, Freude, Forschergeist auf die Fahnen geschrieben haben, geben dem Nachwuchs alles an die Hand, was der für die Herausforderungen des Lebens benötigt. 

„Die Schule der Zukunft muss digitaler, sozialer, individueller und stärker kompetenzorientiert sein“, bestätigt auch Lehrergewerkschafter Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung. In einer Welt, in der es nicht mehr nur um Wissen geht, das in Zeiten des Internets schneller verfügbar ist als zuvor, sondern darum, mit dem verfügbaren Wissen kreativ Probleme zu lösen.

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„Ich hab dich lieb!“ – Neun Sätze, die Kinder fürs Erwachsenwerden brauchen

Viele Elternratgeber behaupten, dass ein Kind mit zwei Jahren rund 250 Wörter verstehen und 20 bis 50 Wörter selbst sprechen können sollte. Laut dem amerikanischen Erziehungsexperten Jim Taylor sind die Sätze, die Eltern aus diesen Worten formen, allerdings viel wichtiger. Neun davon beschreibt er in seinem Buch „Your children are listening“. Sie wirken sich sogar besonders positiv auf die Eltern-Kind-Beziehung aus.

1. Ich hab dich lieb, egal, was du tust

Selbst Kleinstkinder, die noch nicht sprechen können, haben laut einer Studie bereits ein Verständnis für bestimmte Wörter und Wortgruppen. So ist „Ich hab dich lieb“ bei ihnen die unmittelbare Beantwortung ihres Bedürfnisses nach Zuwendung. Hinzu kommen Mimik und Tonlage der Eltern, die tatsächlichen Worte versteht das Kleinkind natürlich noch nicht. Aber es erfährt, dass jemand kommt, wenn es weint und lernt dabei: „Ich bedeute etwas. Ich werde geliebt.“ Dieses Wissen ist der sichere Hafen (s. Punkt 6), von dem aus das Kind vertrauensvoll seine Welt entdecken kann.

2. Du schaffst das! Ich trau dir das zu!

Sobald ein Kind an den regulären Mahlzeiten mit der Familie teilnimmt, zeigt sich meist schnell, wenn es selbstständiger werden möchte. Auch wenn es anfangs gar nicht so einfach ist, macht doch das Gefühl, zum ersten Mal selbst etwas vom Teller mit Besteck in den Mund befördert zu haben, Kinder glücklich. Sprechen Sie Ihrem Kind Mut zu. „Die Aufgabe von Eltern ist es […], Ziele so zu setzen, dass sie erreichbar sind“, so Taylor. Und so ein Familienalltag hält jede Menge „Erfolgsaufgaben“ wie Anziehen, Tisch decken oder beim Aufräumen der Einkäufe bereit.

3. Du darfst Fehler machen

Wer Fehler macht, lernt, Probleme zu lösen. Machen Sie es sich daher zum Ziel, Fehler bei Ihren Kindern als das zu sehen, was sie sind: eine Information, mit der das Kind arbeiten kann. Was Kinder für ihre Entwicklung brauchen, sagt Taylor, sei nicht die Fähigkeit, sofort perfekt ohne Stützräder Fahrrad zu fahren oder exakt ausmalen zu können, sondern der Wille, Neues auszuprobieren, ohne Angst vor einem Misserfolg.

4. Schau, was du gemacht hast

Wer sein Kind oft nur mit einem „Gut gemacht“ abspeist, tut ihm im Grunde keinen Gefallen. Ein so pauschales Lob sagt nichts darüber aus, was dem Kind gut gelungen ist, und kann es sogar demotivieren, wenn sich die Leistung oder das Ergebnis nicht wiederholen lassen. Denn oft weiß das Kind gar nicht, wie es dazu gekommen ist – und daher auch nicht, was es tun kann, damit der zufällig geglückte Purzelbaum beim nächsten Mal wieder funktioniert. Um in den Augen der Eltern nicht zu „versagen“, probieren sie es deshalb oft nicht mehr. Nach Taylor sei es wichtiger, „hervor[zu]heben, was das Kind gerade getan hat“, zum Beispiel: „Wow, du bist ganz allein auf die Schaukel geklettert.“

5. Es ist gut, wie du es machst

Kinder machen Dinge anders als Erwachsene. Ihr Zugang ist noch kein gelernter und damit noch nicht begrenzt. Sie sind offen und freier, auch wenn ihnen vielleicht noch die feinmotorischen Fähigkeiten fehlen. Werden sie aufgrund ihrer, in den Augen von Erwachsenen, „falschen Herangehensweise“ permanent korrigiert, verstehen sie mit der Zeit nur noch: „Egal, wie du dich anstrengst, es reicht nicht.“ Aber wie lernen Kinder, es richtig zu machen? Taylor: „Ganz automatisch. Durch Praxis und Beobachtung.“

6. Ich bin dein sicherer Hafen

Wie schon beschrieben, brauchen Kinder das Gefühl, dass die Welt ein sicherer Platz ist. Anfangs ist das ein „Ich hab dich lieb“ und die Geborgenheit Ihrer Umarmung. Später, wenn Kinder mobiler werden, bedeuten Eltern, die wachsam sind und trotzdem Raum für Selbstständigkeit lassen, den sicheren Hafen. Ein aufgeschürftes Knie ist oftmals gar nicht so schlimm, wenn kein bestürzter Erwachsener sofort zum Kind rennt, um es zu trösten. Meistens rappelt es sich von selbst wieder auf und spielt weiter, als wäre nichts geschehen. Wenn es dann aber doch mal mehr weh tut und das Kind Trost bei Ihnen sucht, bagatellisieren Sie seinen Schmerz nicht. Sätze wie „Das ist doch nicht so schlimm.“ sollten Sie in jedem Fall vermeiden.

7. Der Andere ist uns nicht egal

Kinder sind geborene Egoisten. Um teilen zu können (zu wollen), müssen sie nämlich erst lernen, wie man die Emotionen von anderen richtig deutet und darauf reagiert. Und das schauen sie sich bei uns Erwachsenen ab. Wenn Eltern die Gefühle z. B. von Geschwistern oder Spielpartnern in der Situation benennen, bleiben Kummer, Angst, Hilflosigkeit, Wut, Freude, Glück nicht unbemerkt und werden irgendwann zum Begriff.

8. Hast du Danke gesagt?

Die Grundformen von Höflichkeit können auch Kleinkinder lernen – am besten auch in diesem Fall durch Anschauungsunterricht. Sie finden es übertrieben, Ihrem Mann zu danken, weil er freiwillig den Abwasch übernommen hat? Ihrer Frau fürs Bügeln der Hemden? Warum sollten Ihre Kinder dann Danke sagen, wenn sie etwas geschenkt bekommen? Taylor: „Das einzige Wort, das sich auch bei inflationärem Gebrauch nicht abnützt, ist das Wort Danke.“

9. Nein heißt Nein

Zur gesunden Entwicklung von Kindern gehört, dass sie ausprobieren, wie weit sie gehen können, um herauszufinden, wann und ob ihnen Grenzen gesetzt werden. Im Alter von drei oder vier Jahren lernen sie zudem, wie man jemanden anschwindelt oder täuscht, um die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen. Das funktioniert besonders gut, wenn Eltern müde sind, abgelenkt oder jemand zusieht. Bleiben Sie konsequent und seien Sie sich vor allem einig: Wenn es bei Mama kein Stückchen Schokolade mehr gibt, dann gibt es auch bei Papa keines mehr. Da sollte auch kein Schreien, Quengeln oder Bocken an der Supermarktkasse helfen. Besser ist, Ihr Kind macht diese wichtige Erfahrung schon früh in der Familie mit einem sachlichen, standhaften Nein und lernt sie nicht schmerzvoll später in der Zukunft.

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Sommerschule statt Sommerferien – eine Option? 

Ausgefallener Unterricht, dürftige Digitalisierung, monatelanger Distanz- und Wechselunterricht und für die älteren Schüler*innen zusätzlich die Unsicherheit, ob und wie die Abschlussprüfungen stattfinden – es gab in den vergangenen Jahrzehnten wohl kein Schuljahr, das für die Schüler*innen mit so viel Stress verbunden war, wie Unterricht in Zeiten der Pandemie.

Wer den verpassten Stoff wieder aufholen muss, könnte die Sommerferien auch im Klassenzimmer oder vor dem Computer sitzen, anstatt die Zeit am Meer oder in den Bergen verbringen. So zumindest stellt sich das Dario Schramm, der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, vor. „Dieses Corona-Schuljahr ist so ungewöhnlich, dass jeder die Chance haben muss, in einer Sommerschule Lerndefizite aufzuarbeiten“, sagt er. Da hat er nicht unrecht, aber ob dieser Vorstoß bei allen Schüler*innen gut ankommt, darf bezweifelt werden. Rückenwind verschaffen ihm die Ergebnisse mehrerer Studien, die wenig überraschend belegen: Je ärmer eine Familie und je schlechter die Ausstattung der Schule, desto größer die Defizite bei den Schüler*innen.

Einige Bundesländer bieten bereits Sommerschulen an, darunter Berlin, Bayern und Baden-Württemberg. Vor allem schwächere Schüler*innen sollen so Versäumtes nachholen können. Diese freiwilligen Kurse gehen in der Regel über zwei Wochen, unterrichtet werden vor allem die Kernfächer Deutsch und Mathematik, zum Teil auch Englisch.

Und der Blick über den Teich oder zu unseren Nachbarn auf der Insel bestätigt den positiven Effekt. Dort gibt es das Angebot an Sommerschulen schon lange, insbesondere bei Privatschulen. In Deutschland sollen diese nun Corona-bedingte Ausfälle kompensieren. „Es ist sehr wichtig, dass etwas unternommen wird, um die Lernlücken zu schließen“, sagt Mareike Kunter vom DIPF Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt. „Alles ist besser als nichts.“

Aber funktioniert das so pauschal? Können ein paar Wochen Sommerunterricht die Defizite der vergangenen Monate ausgleichen? Wohl kaum – zumindest nicht im Gießkannenprinzip ohne Berücksichtigung von individuellen Stärken und Schwächen bei den Schüler*innen. Denn im Unterschied zu herkömmlichen Schulen unterrichten in den Sommerschulen Honorarkräfte wie Lehramtsstudenten oder pensionierte Lehrer, zum Teil auch Quereinsteiger*innen mit Uniabschluss. Denn die regulären Lehrer*innen, die ihre Schüler*innen genau kennen, haben in den Sommerferien auch frei. „Es ist nachgewiesen, dass Nachhilfe nur dann funktioniert, wenn der externe Lehrer qualifiziert ist und sich mit dem regulären Lehrer über die Bedürfnisse des [einzelnen] Schülers austauscht“, bestätigt der Bildungsforscher Olaf Köller von der Universität Kiel. Und das sei so sicherlich nicht immer gegeben.

Was Sommerschulen gut leisten können, ist die Vermittlung grundlegender Kenntnisse, wie man sie braucht, um in den Kernfächern weiter dem Unterricht folgen zu können. Dazu gehört z. B. wie das Addieren von Brüchen funktioniert oder worin sich die Vergangenheitsformen im Englischen unterscheiden. In der Schule geht es aber selten nur um reinen Wissenserwerb. Grundschüler*innen beispielsweise müssen erst lernen, wie man sich Wissen überhaupt aneignet, wie man Inhalte erfasst oder wie man sich helfen kann, wenn man nicht weiterkommt. Dieses so genannte selbstregulierte Lernen lernen die Kinder nicht nebenbei in zwei Wochen Sommerkurs, dafür braucht es Zeit und Fachleute, die es gezielt fördern. Und wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben! Gerade Grundschüler*innen brauchen anfangs mehr Zeit, um Vertrauen aufzubauen und sich auf eine Lehrkraft einzulassen.

Größtes Hemmnis ist und bleibt aber die Motivation. Wie motiviert man Kinder und Jugendliche, weiter in die Schule zu gehen, während ihre Freunde am See oder im Urlaub sind? Ein Lösungsansatz sind erlebnispädagogische Maßnahmen aus den Bereichen Kunst, Musik und Sport, die manche Schule zusätzlich anbieten. Das kann aber nicht jede Schule leisten. Manchem Schüler und mancher Schülerin wäre vielleicht mit einer gezielten Nachhilfe, die individuell auf seine oder ihre Bedürfnisse und Defizite eingeht, mehr gedient. Positiv lässt sich das Angebot an Sommerschulen aber auch als erster Hinweis der Politik deuten, dass sich die Verantwortlichen wirklich um die Folgen der Pandemie an den Schulen kümmern wollen.

 

„Wadde hadde du de da?“

Wer erinnert sich nicht mehr an den kuriosen Auftritt Stefan Raabs beim Grandprix (oder hieß der damals schon Eurovision Song Contest?) im Jahr 2000? Zum Songtitel in Babysprache inspiriert wurde der Entertainer nach eigener Aussage, als er im Park einer älteren Dame mit Hund begegnete. Weil das Tier etwas Undefinierbares im Maul hatte, fragte die Halterin: „Wadde hadde du de da?“  

Hundebesitzer reden mit ihren Tieren oft wie mit Babys. Und ja: Studien zeigen wohl, dass vor allem Welpen aufmerksamer und anhänglicher sind, wenn man in einer übertrieben hohen Stimmlage und in einfachen Silben mit ihnen spricht. Aber gilt das auch für die ursprünglichen Adressaten der Babysprache? Und schaden wir mit „dudu“ und „dada“ womöglich sogar dem Spracherwerb unseres Nachwuchses? 

Kindgerichtete Sprache fördert den Spracherwerb

Nein, sagt die Wissenschaft. Wer sich einem Säugling gegenüber sieht, verfällt fast automatisch in diese Sprechweise. Und das sei auch gut so. „Eltern, die [die so genannte] kindgerichtete Sprache anwenden, fördern den Spracherwerb ihrer Kinder“, schreibt ein Team um Roberta Michnick Golinkoff von der University of Delaware in den Current Directions in Psychological Science 

Denn die Unterschiede zwischen kind- und erwachsenengerichteter Sprache finden sich in verschiedener Ausprägung quer durch alle Kulturen. Diese interkulturelle Ähnlichkeit weist darauf hin, dass diese Form der Ansprache gegenüber Säuglingen biologisch wohl tief verwurzelt ist. Womöglich reichen ihre Ursprünge sogar weiter zurück als die der menschlichen Sprache.  

Babys lernen Worte leichter

Was die Wissenschaftler allerdings nicht genau sagen können, ist, warum Babysprache den Spracherwerb unterstützt. Daher drücken sie es lieber so aus: „Die Frage ist nicht, ob kindgerichtete Sprache eine Rolle für die Sprachentwicklung spielt, sondern wie und wann.“ 

In einer Studie im Fachmagazin Royal Society Open Science argumentiert ein Team um Marina Kalashnikova von der Western Sydney University, die speziellen Lautäußerungen gegenüber Säuglingen hätten sich bereits in vorsprachlicher Zeit in dem Bestreben entwickelt, weniger bedrohlich auf einen Säugling zu wirken. Im Zuge der Evolution der menschlichen Sprache sei dann ein weiterer Effekt dazugekommen: Babys verstehen und erlernen Worte leichter, wenn sie sie in kindgerichteter Sprache hören. 

Diese Lernerleichterung halten viele Wissenschaftler dagegen nicht bloß für einen Nebeneffekt, sondern für den ursprünglichen Sinn der Babysprache. So ergab eine Untersuchung von Kindern, die im Alter von einem Jahr viel Babysprache gehört hatten, dass sie mit zwei Jahren einen größeren Wortschatz hatten als Gleichaltrige, mit denen zuvor ganz normal gesprochen wurde.  

Abwechslung und positive Emotionen

Kommen wir nochmal zurück zu der Frage, ob Babys Babysprache überhaupt mögen. Und hier können wohl die meisten Eltern aus Erfahrung sagen: Ja, das tun sie. „Einige Studien zeigen, dass Babys die kindgerichtete Sprache bevorzugen“, bestätigt auch Bettina Braun, Leiterin des Babysprachlabors der Uni Konstanz. Sie spielt Kleinkindern aus Lautsprechern verschiedene Sätze vor – mal in Baby- mal in Erwachsenensprache. Das Abspielen endet, sobald sich das Kind vom jeweiligen Lautsprecher abwendet – ein Zeichen für nachlassende Aufmerksamkeit. Dazu kommt es im Fall der Erwachsenensprache häufiger und schneller. 

Grundsätzlich kann man also sagen: Babysprache erleichtert Babys den Erwerb der Sprache, weil die Struktur einfacher und die Laute übertrieben artikuliert sind. Dazu kommen die positiven Emotionen, die mit der Babysprache transportiert werden. Aber es kommt wohl auch auf die gesunde Mischung in der Kommunikation mit dem Kleinkind an – der geschieht im Alltag zum Glück weitgehend automatisch. Denn Mama und Papa reden anders mit dem Kind als Oma und Opa, und Geschwister, Erzieher oder Freunde haben noch einmal ihre eigene Art der Kommunikation. Das Baby freut’s und das wiederum fördert ihre Aufmerksamkeit. So können sie Sprache viel besser aufnehmen. 

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Wenn La-le-lu allein nicht reicht 

Sieben gute Einschlaf-Tipps für Ihr Kind

Es soll Kinder geben, die abends problemlos schlafen gehen, ohne zu meckern oder Ausreden zu erfinden. Meistens sieht es aber eher so aus: Die Eltern sind hundemüde, der Nachwuchs ist fit – und das betrifft keineswegs nur die Eltern von Säuglingen. Auch Klein-, Kindergarten- oder Schulkinder können sich mit dem Schlafen noch schwertun. Sie schlafen nicht gut ein, wachen nachts häufiger auf, wollen nicht im eigenen Bett schlafen oder nur dann, wenn Mama oder Papa neben ihnen sitzen. 

Auf die Frage „Wie bringe ich mein Kind zum Schlafen“, gibt es leider keine Standard-Antwort, dafür aber jede Menge Tipps und Methoden. Welche bei Ihrem Kind funktionieren, müssen Sie allerdings selbst herausfinden. 

Je früher, desto besser

Säuglinge schlafen zu Beginn fast rund um die Uhr, dann, ab einem Alter von ca. drei Monaten ändert sich das. Plötzlich kann das gewohnte Spätnachmittagsschläfchen verhindern, dass nachts gut geschlafen wird. Je eher Sie das unterbinden, desto besser wird die Nacht. Tatsächlich lernen Babys, die man abends müde ins Bettchen legt, schneller, allein einzuschlafen.  

Routinen einhalten

Kinder brauchen Routinen und feste Zeiten für ihren Biorhythmus. Wenn sie immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen, stellt sich ihre innere Uhr automatisch auf die Zeiten ein, in denen sie wach sind oder müde werden (sollen). Wichtig für Eltern: konsequent bleiben – auch an den Wochenenden. Ausnahmen wie z. B. Silvester oder eine große Geburtstagsfeier sollten Ausnahmen bleiben, dann klappt’s auch mit dem Einschlafen. 

Kein blaues Licht am Abend

Grundsätzlich sollte die Zeit, die Kinder vor dem Tablet oder Fernsehbildschirm verbringen altersgerecht kurzgehalten werden. Auf einschlägigen Ratgeberportalen (z.B. bei der Initiative „SCHAU HIN!“ des BMFSFJ oder dem Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) werden Bildschirmzeiten für Kinder bis zwölf Jahren empfohlen: 

  • 0 bis 2 Jahre: Möglichst keine Bildschirmmedien, eher Bilderbücher und Hörspiele/Lieder. 
  • 2 bis 3 Jahre: 5 bis 10 Minuten begleitete Bildschirmzeit. 
  • 4 bis 6 Jahre: Max. 30 Minuten am Tag. 
  • 7 bis 10 Jahre: Max. 60 Minuten am Tag freie Bildschirmzeit. Wichtig: Jugendschutz-Tools und -Einstellungen einsetzen, wenn das Kind ohne Begleitung online ist. 
  • 11 bis 12 Jahre: Max. 90 Minuten am Tag oder Wochenbudget von ca. 10 Stunden frei zur Verfügung stehende Bildschirmzeit. Denken Sie auch hier an geeignete Schutzmaßnahmen! 

Spätestens eine Stunde vor dem Einschlafen sollte allerdings Schluss sein. Denn das blaue Licht, das abgestrahlt wird, führt erwiesenermaßen zu Einschlafproblemen. Verbannen Sie daher den Fernseher oder Computerspiele aus dem Gute-Nacht-Programm. Lesen Sie Ihrem Kind bei gedimmtem Licht eine Geschichte vor oder reden Sie mit ihm noch ein bisschen über die Erlebnisse des Tages. Das bringt Kindergarten- und auch Schulkinder viel besser zur Ruhe. 

Was die Oma noch wusste

Vielleicht erinnern Sie sich noch an das wohlige Gefühl als Sie als Kind das Wochenende bei den Großeltern verbracht haben und dann am Samstagabend nach einem erlebnisreichen Tag bettschwer aus der Wanne ins kuschelige Daunenbett gesteckt worden sind. Der Klassiker wirkt auch heute noch wahre Wunder. Beim Abtrocknen allerdings nicht zu kräftig rubbeln, das bringt den Kreislauf wieder in Schwung – und das wollen Sie ja nicht. 

Stubenhocker an die Luft setzen

Egal, wie das Wetter ist, ein bis zwei Stunden sollten Kinder draußen rennen und toben – auf dem Spielplatz, im Park oder beim Sport. Das ist die beste Vorbereitung für eine ruhige Nacht. Das gilt im Übrigen auch für ältere Kinder, die in der Schule dauernd stillsitzen müssen: Je mehr Bewegung tagsüber stattgefunden hat, desto besser wird nachts geschlafen. 

Schlecht geträumt?

Wie bei uns Erwachsenen auch, können sich „Sorgen“ oder aufregende Ereignisse, die bevorstehen, auf das Schlafverhalten auswirken, z. B. die Eingewöhnung im Kindergarten oder bei etwas älteren Kindern die Einschulung. Vieles was tagsüber passiert, wird nachts verarbeitet. Kinder haben auch erwiesenermaßen mehr Alpträume als Erwachsene Kein Wunder also, wenn der Schlaf unruhig ist oder mitten in der Nacht der Sprössling neben Mamas Bett steht. Manchmal hilft es, kurz am Bett sitzen zu bleiben und ein bisschen zu trösten. Manchmal finden die Kleinen erst im Bett von Mama und Papa wieder zurück in den Schlaf. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wie oft eine Nacht im Elternbett „erlaubt“ ist. 

Ohne meine Mama schlaf ich nicht

Manche Kinder schlafen nur ein, wenn Mama oder Papa neben dem Bett sitzen bleiben. Hier müssen Sie aufpassen! Die Ursachen für dieses Verhalten sind vielfältig. Manche Kinder haben Angst vor der Dunkelheit oder Trennungsängste. Oft hilft es schon, eine Nachtlampe anzuschalten oder Sachen von den Wänden zu entfernen, die gruselige Schatten werfen. Sind alle Probleme beseitigt, hilft dann sicher der ein oder andere oben beschriebene Tipp. Nehmen Sie sich in jedem Fall immer viel Zeit und bleiben Sie konsequent, dann klappt’s sicher bald mit dem Einschlafen.  

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Mein Kind soll glücklich sein!

Das ist ein respektabler Wunsch von Eltern, dessen Umsetzung dann aber doch komplexer ist als auf den ersten Blick angenommen. Wie erzieht man sein Kind zu einem erfolgreichen, freundlichen und eben glücklichen Menschen? Laut Forschung braucht es dafür drei zentrale Fähigkeiten: Optimismus, Empathie und Selbstvertrauen.

Darüber sind sich die meisten Erziehungsexperten einig: Eine Erziehung, die diese drei Fähigkeiten stärkt, unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern positiv. Optimistische Kinder gehen ohne Scheu voran, wollen lernen und Erfahrungen machen. Wer Empathie besitzt, reflektiert sich und die Welt, kann deshalb auch Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Und mit Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten durch reizvolle, angemessene Herausforderungen werden neue Erfahrungen erlebbar.

Optimisten meistern Niederlagen besser

„Nur wer Unglück kennt, weiß Glück zu schätzen“ heißt es in einem Sprichwort. Kurz gesagt: Zum Leben gehören auch Niederlagen. Und man muss lernen, damit umzugehen. Der amerikanische Nobelpreisträger und Psychologe Dr. Daniel Kahneman formulierte es mal so: „Würde Ihnen das Schicksal einen Wunsch für Ihr Kind gewähren: Wünschen Sie ihm Optimismus.“ Denn Optimisten, so der Forscher, „gehen mit Niederlagen besser um. Ihr Immunsystem ist stärker.“ Studien zeigen zudem: Sie sind besser in der Schule, haben Erfolg im Job und leben länger. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass optimistische Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit optimistische Kinder großziehen. Sie verwenden nämlich einen anderen Wortschatz als Pessimisten. Pauschalierende Begriffe in Konfliktsituationen wie „nie“ und „immer“ lassen Dinge unabänderlich erscheinen. Optimisten hingegen relativieren: „Heute bist du aber frech!“ Das zeigt dem Kind: Nicht du wirst kritisiert, sondern dein Verhalten – und das lässt sich verändern.

Empathie beim Kleinkind fördern

Frühestens mit eineinhalb Jahren ist ein Kind in der Lage zwischen sich und anderen zu unterscheiden. Diese grundsätzliche Fähigkeit braucht es, um die Gefühle anderer Menschen verstehen zu können.

Eine Studie des australischen Forschers Dr. Brad M. Farrant, University of Western Australia/Perth, belegt, dass Kinder andere Menschen besser verstehen, wenn die Eltern mit ihnen oft über die Gefühle anderer sprechen, etwa beim Vorlesen. Außerdem beobachten Kinder genau, wie die Eltern sich in Situationen verhalten, in denen es anderen nicht gut geht. „Wenn Eltern Mitgefühl vorleben und auf die Gefühle von betroffenen Personen eingehen, lernt das Kind an diesem positiven Rollenvorbild“, erklärt die Osnabrücker Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Silvia Wiedebusch-Quante. Eltern sollten ihren Kindern auch klar machen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat, und daher in Konfliktsituationen an die Gefühle ihrer Kinder appellieren: „Was würdest du empfinden, wenn andere Kinder über dich lachen?“ Oder: „Wie würde es dir gehen, wenn jemand dir etwas wegnimmt?“

Fürs Selbstbewusstsein das Positive loben

„Wer sich stark fühlt, wird nicht so leicht zum Opfer“, sagt Psychologin Wiedebusch. Dafür brauchen Kinder Selbstbewusstsein. Ein pädagogisches Konzept wie das von element-i fördert durch Zutrauen in die kindlichen Fähigkeiten deren Selbstständigkeit. „Die Kinder werden dazu ermuntert, ihr eigenes Können immer wieder selbstbestimmt zu erproben. Häufig konzentrieren sich Eltern im Alltagsstress auf das, was nicht gut funktioniert oder worüber sie sich ärgern. Hier ist es wichtig, den Blickwinkel zu verändern und das Positive zu sehen – am besten man schreibt es auf: Was kann mein Kind schon gut? Was macht es richtig? Und dann: Loben Sie es – nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten und Blicken“, erklärt Carola Kammerlander, Pädagogische Geschäftsführerin bei Konzept-e und Mit-Gründerin der element-i Pädagogik.

Quelle:

Auszug Studienergebnisse von Dr. Brad M. Farrant, University of Western Australia/Perth: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/praegende-gespraeche/

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Sich selbst bewusst sein

Die richtige Einstellung zu sich selbst können Kinder trainieren 

Die meisten Eltern wissen, dass positive Verstärkung Teil einer gelungenen Erziehung ist. Was viele nicht wissen, ist, dass es auch darauf ankommt, wie gelobt wird. Denn damit steuern sie, welche Denkweise sich das Kind aneignet. Und loben nach dem Gießkannen-Prinzip kann sogar Schaden anrichten, da ist sich die amerikanische Psychologin Carol Dweck sicher. Sie hat zwei potenzielle Denkmodelle entwickelt, die sich Kinder durch die Erfahrungen, die sie mit ihren Eltern machen, aneignen. 

Kindergehirn: Bodybuilder oder Korsettträger?

Kinder mit einem so genannten „fixed mindset“ sind, wie der Name schon sagt, in ihrer Denkweise fixiert. Sie sind der Meinung, dass Dinge wie Kreativität, Intelligenz oder Charakter angeboren sind und daher nicht verändert werden können. Egal, wie sehr sie es versuchen. Sie halten ihr Potenzial für begrenzt und scheuen Herausforderungen, denn Scheitern ist für solche Kinder eine Tragödie. 

Kinder mit einem „growth mindset“ hingegen haben verstanden, dass ihr Gehirn wie ein Muskel funktioniert, den man trainieren kann. Sie wissen, dass sie dazulernen können und sich ihre Fähigkeiten verbessern, wenn sie fleißig üben. Diese Kinder suchen daher häufiger nach Herausforderungen und haben weniger Angst, zu scheitern.  

Welche Denkweise sie sich aneignen, bestimmt darüber, wie selbstbewusst, erfolgreich und glücklich Kinder im späteren Leben sein werden. Ein paar einfache Sätze können diese Entwicklung bereits positiv beeinflussen. 

„Toll, das hast du ganz allein gelernt!“

Viele Eltern glauben, dass sie ihrem Kind etwas Gutes tun, wenn sie ihm immer wieder sagen, wie schlau es ist. Das kann dazu führen, dass das Kind seine Intelligenz als etwas Feststehendes versteht und nicht als einen sich entwickelnden Prozess. Da es aber viele Dinge gibt, die das Kind noch nicht weiß, kann das problematisch werden. Was, wenn Mama und Papa herausfinden, dass es nicht so schlau ist, wie sie immer sagen. Um Versagensängste gar nicht erst entstehen zu lassen, sollten Eltern ihren Kindern daher vermitteln, dass Intelligenz sich entwickelt, wenn sie üben. Es gilt also, nicht das Ergebnis zu loben: „Das weißt du alles? Du bist so schlau“, sondern vielmehr den Weg dorthin: „Das hast du alles gelernt. Ich bin stolz auf dich!“ 

„Gut gemacht! Diese Aufgabe war nicht leicht.“

Aufgaben, die für Erwachsene einfach sind, können für Kinder eine große Herausforderung darstellen. Eltern sagen oft: „Das ist ganz einfach“, um das Kind zu motivieren. Kann es die Aufgabe aber nicht lösen, glaubt es, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Dieser Gedanke schwächt das Selbstbewusstsein automatisch. Eltern dürfen also ruhig zugeben, dass eine Aufgabe schwierig sein kann. Wird sie vom Kind trotzdem gelöst, wird es stolz darauf sein – wenn nicht, ist es nicht am Boden zerstört, denn die Aufgabe war ja schwierig. 

„Aus Fehlern kann man lernen.“

Kein Kind kann alles oder ist in allem gut. Eine schlechte Note in Mathe oder keine Urkunde bei den Bundesjugendspielen: Kinder haben oft Angst, ihre Eltern zu enttäuschen. Nichts greift ihr Selbstvertrauen so sehr an wie elterliche KritikWichtig ist, Kindern klarzumachen, dass Fehler oder Schwächen dazugehören und sie sich durch Übung verbessern können. Denn wer aus seinen Fehlern lernt, erlangt auch das Selbstvertrauen, welche zu machen. 

„Wir sind für dich da.“

Natürlich sollen Eltern für ihr Kind da sein und es unterstützen. Trotzdem muss es auch lernen (dürfen), Dinge auf eigene Faust zu erreichen – selbst wenn mal was schiefgeht. Eltern sollten sich z. B. soweit es geht aus den Hausaufgaben heraushalten. Ein paar Dreien oder Vieren auf dem Zeugnis sind kein Drama, sondern helfen dem Kind, die eigenen Fähigkeiten einzuschätzen und zu erkennen, wo es mehr Übung braucht. Hat ein Kind dauerhafte Schwierigkeiten mit dem Schulstoff, sollten Eltern sich lieber an die Lehrer wenden, anstatt für richtige Antworten zu sorgen. Unterstützung kann auch bedeuten, über einen Schulwechsel zu einer alternativen Schulform nachzudenken, wo das Kind und sein individuelles Lernverhalten besser gefördert werden. 

„Viel Spaß draußen!“

Der letzte Punkt wird jetzt hart für einige Eltern: Kinder sollten ab und zu auch mal was riskieren dürfen. Zu diesem Schluss kamen Forscher der University of British Columbia. Lässt man Kinder auch einmal unbeaufsichtigt spielen, am besten in der Natur oder anregungsreich gestalteten Spielplätzen, können sie lernen, was Gefahr bedeutet, wie man ein Risiko richtig einschätzt und wo die eigenen Grenzen liegen. So lernen sie auch, dass ein Sturz von der Wippe kein Weltuntergang ist und wie sie ihn in Zukunft vermeiden können.

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Wenn das Kind die ersten eigenen Wege geht: Tipps für die erfolgreiche Eingewöhnung in der Kita

Ich bin ein Kind der Siebziger. Als ich damals in den Kindergarten gehen musste – und ich sage ganz bewusst „musste“, gab es Tränen und Geschrei. Denn zu meiner Zeit wurden Kinder noch mehr oder weniger unvorbereitet in den Kindergarten gesteckt. Nach einigen Wochen war es dann okayIch möchte die Zeit im Kindergarten deshalb nicht komplett schlecht reden, schließlich habe ich auch schöne Erinnerungen an meine Zeit dort. Allerdings haben wir heute durch die Erkenntnisse aus der Bindungsforschung zum Glück ein ganz anderes Verständnis für die Kinderseele und deren Trennungsschmerz. Im Lauf der letzten drei Jahrzehnte haben sich verschiedene Eingewöhnungspraktiken entwickelt und die meisten Einrichtungen setzen auf eine umfassende Eingewöhnung. 

Tipp 1: Loslassen 

Denn eines ist unumstritten: Die Eingewöhnung in der Kita ist der erste und ein wichtiger Einschnitt im Leben für Eltern und Kind. Die Eingewöhnung ist nichts weniger als das erste Abnabeln, ein Prozess des Loslassens für beide Seiten. Für das Kind ist der Schritt in den Kindergarten der erste auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Es kann mit anderen Kindern spielen, neue Freunde außerhalb des Wohnumfelds finden und ist für einige Stunden von Mama und Papa getrennt. Für die Eltern wiederum ist es nicht immer so leichtdas geliebte Kind gehen zu lassen. Und das muss man sich erst einmal eingestehen – selbst, wenn die rationalen Vorteile auf der Hand liegen: mehr Zeit für sich selbst, um beispielsweise in den Job zurückzukehren oder ein Studium zu beginnen, Zeit für soziale Kontakte außerhalb von Mutter-Kind-Gruppen oder einfach zum Ausruhen.  

Tipp 2: Ein gutes Gefühl geben

Aber wie kann ich als Elternteil meinem Kind die Eingewöhnungszeit in der Kita so einfach und schön wie möglich machen? Und welche Methoden nutzen gute Einrichtungen? Vielleicht vorab der beste Rat für ElternKinder haben sehr sensible „Antennen“ für die Gefühlswelt ihrer Eltern. Auch wenn sie noch nicht alles in passende Worte packen können, spüren sie doch, wenn etwas nicht in Ordnung istHat die Mama aber ein gutes Gefühl bei der Sache, fühlt sich das Kind ebenfalls sicher und wohl. Daher ist es wichtig, dem Kind von Anfang an ein gutes Gefühl mitzugeben, wenn es in den Kindergarten gehtDabei zählen weniger rationale Argumente, warum es die Kita gut finden soll, vielmehr muss es spüren und fühlen, dass die Mama es gerne gehen lässt.  

Tipp 3: Das richtige Eingewöhnungsmodell finden 

Damit Eltern ihr Kind mit einem guten Gefühl für einen gewissen Zeitraum in die Obhut anderer, ja zunächst fremder Menschen gebensollte vor der Eingewöhnung ein gemeinsames Gespräch zwischen Eltern und Einrichtung stattgefunden haben. Die Eltern werden dort über den Ablauf und die Gegebenheiten der Einrichtung informiert und gleichzeitig stellen die Erzieher*innen Fragen zu den bisherigen Erfahrungen und Bedürfnissen des Kindes. 

Das Eingewöhnungsmodell von element-i Einrichtungen ist an das so genannte Berliner Modell angelehnt. Es stellt die Beziehung zwischen Kind und Eingewöhnungserzieher*in in den Mittelpunkt. Im Unterschied zu früher muss das Kind nicht einfach in der Einrichtung verbleiben, sondern kann Stück für Stück seine Beziehung zum/r Erzieher*in aufbauen. Mama oder Papa sind zunächst aber weiterhin als Bezugsperson in Reichweite. Erst nach einem gewissen, vorab besprochenen Zeitraum erfolgt dann der erste, kurzzeitige Trennungsversuch. Transparenz für die Eltern und die Reaktion des Kindes auf den Trennungsversuch sind dann ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Eingewöhnung.  

Das Berliner Modell unterscheidet vier Phasen: die Grundphase, den Trennungsversuch, die Stabilisierungsphase und die Schlussphase. Diese vier Phasen zusammen ergeben eine Eingewöhnungszeit von 14 Tagen bis zu ca. vier Wochen. 

Die element-i Pädagogin Anja Burger hat sich in ihrem Blog intensiv mit dem Thema Eingewöhnung auseinandergesetzt und die beiden bekannten Eingewöhnungsmodelle, das Berliner und das Münchner Modell, miteinander verglichen. Wer sich hier fachlich tiefer einlesen will, dem sei der Artikel wärmstens ans Herz gelegt. 

Fazit

Aber eines ist klar: Es gibt keinen Königsweg, mit dem es immer und überall problemlos funktioniert. Dazu spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle. Wichtig ist, dass sich Eltern Zeit für die Phase der Eingewöhnung nehmen. Das beste Konzept kann nicht greifen, wenn nicht alle Beteiligten gleichermaßen daran arbeiten. 

In diesem Sinne viel Kraft und Geduld und vor allem Lust, diesen ersten, so wichtigen Schritt des Kindes in die eigene Mündigkeit und Selbstständigkeit zu begleiten!  

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