„Keep Your Distance!“ – Wahren Sie den Abstand!

Seit das Corona-Virus uns neue Umgangsformen abverlangt, mag sich manch eine*r fragen, wie der
Abstand zueinander und Solidarität füreinander in Einklang zu bringen sind. Dazu hörte ich kürzlich einen Beitrag auf SWR2. Es diskutierten zum Thema eine Historikerin, ein Staatsrechtler und eine Schriftstellerin. In der Sendung wurde – wen wundert´s – die Parabel der Stachelschweine von Schopenhauer zitiert, die das gute Maß von Nähe und Distanz veranschaulicht. Arthur Schopenhauer schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts:
“Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich, an einem kalten Wintertage, recht nahe zusammen, um, durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln; welches sie dann wieder von einander entfernte. Wenn nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher brachte, wiederholte sich jenes zweite Übel; so dass sie zwischen beiden Leiden hin und her geworfen wurden, bis sie
eine mäßige Entfernung herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten. – …Die mittlere Entfernung, die sie endlich herausfinden, und bei welcher ein Beisammensein bestehn kann, ist die Höflichkeit und feine Sitte. Dem, der sich nicht in dieser Entfernung hält, ruft man in England zu: keep your distance! (Wahren Sie den Abstand!)“
(Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II, Zürcher Ausgabe, S. 708 f.)

Welche Maßnahmen auf Epidemien haben die Menschen in vergangenen Zeiten ergriffen? Wie sieht der Staatsrechtler eine möglicherweise anstehende Ausgangssperre? Und welche Chancen liegen in einem Auf-Sich-
Bezogensein im häuslichen Umfeld? Wer neugierig geworden ist und den Beitrag anhören mag, die/der findet ihn hier: https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/wie-veraendert-das-corona-virus-die-solidargemeinschaft-swr2-forum-2020-03-19-100.html

Christina Henning, München

paed
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