Körperkontakt zu Kindern – um wessen Bedürfnis geht es hier überhaupt?

Diese Woche möchten wir, als Kinderschutzbeauftragte und Ansprechpartnerinnen für Gewaltprävention, Ihnen ein paar Fragen mit auf den Weg geben. Es geht um das ganz basale Bedürfnis von Kindern nach Körperkontakt. Kinder brauchen Körperkontakt, um sich sicher und geborgen zu fühlen – gerade in Momenten des Schmerzes. Auch für eine gesunde Entwicklung ist Kuscheln, zum Beispiel für den Aufbau eines intakten Immunsystems, unabdingbar.

Manches Mal brauchen aber auch wir Erwachsene tröstliche Gesten, doch im professionellen Kontext sollten wir immer wieder hinterfragen, was angemessen ist und was nicht. Für Ihre professionelle Rolle haben wir Ihnen folgende Reflexionsfragen zusammengestellt:

Wann und warum brauchen Kinder Körperkontakt?

Wenn ich ein Kind mit mir herumtrage, beim Spielen über den Kopf streiche oder auf dem Schoß habe, stelle ich mir dann auch mal die Frage: Wessen Bedürfnis ist das denn gerade? Meines oder das des Kindes?

Häufig ist spontaner Körperkontakt unreflektiert, geschieht fast schon aus einem Reflex. Allerdings sollten wir uns genau in diesen Sequenzen weitere Fragen stellen wie:
Was möchte ich dem Kind in diesem Moment vermitteln? Wie ginge es mir dabei, wenn mir jemand im Vorbeigehen über das Haar streicht? Welche alternativen Handlungen könnten dem Kind ein ähnliches oder gar gleiches Signal vermitteln?

Machen Sie sich Notizen, welche Beispiele Ihnen aus den vergangenen Wochen zu Ihrem eigenen Verhalten einfallen und wie Sie es schaffen, zukünftig bewusster mit dem Thema umzugehen.
Wenn Ihnen auch Verhaltensweisen bei Ihren Kolleginnen und Kollegen, die vielleicht in der Vergangenheit sehr unbewusst mit Berührungen umgegangen sind, auffallen, möchten wir Sie hiermit ermutigen, ein Feedback zu geben.

Kinderrechte bei element-i

Mehr zu Franziska Pranghofer & Denise Samuel

Denise Samuel und Franziska Pranghofer
Autor*in

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.