Mit Freude möchte ich einige Momente teilen, die uns als pädagogisches Team begleitet haben und in denen deutlich wurde, wie intensiv Kinder lernen, wenn sie selbst aktiv werden dürfen.
Ausgangspunkt war die Idee eines Schulhüpfers aus dem WiKi, der wissen wollte, wie man DNA aus einer Erdbeere extrahieren kann. Er brachte sogar eine eigene Vorgehensweise mit. Wir probierten sein Verfahren gemeinsam aus, auch wenn es beim ersten Versuch nicht gelang. Doch wir blieben dran und wählten eine alternative Methode. Die Kinder zeigten hohe Konzentration und viel Ausdauer: Sie zerdrückten die Erdbeeren, mischten Wasser, Salz und Spülmittel, filterten die Flüssigkeit und beobachteten aufmerksam, was dabei geschah. Ihr Forschergeist wurde belohnt: Dünne, weiße Fäden – die DNA – wurden sichtbar. Dieser Moment war für die Kinder beeindruckend und zeigte uns, wie stark naturwissenschaftliches Lernen wirkt, wenn es an ihre Neugier anknüpft.


Auch während der Projektwochen im August konnten wir viele ähnliche Situationen erleben. Besonders wertvoll war die Kooperation mit den Kindern der Kitas Seehasen. Die gemeinsame Zeit ermöglichte vielfältige Lerngelegenheiten, die sich aus den Interessen der Kinder ergaben. Die Angebote waren abwechslungsreich und offen gestaltet, sodass jedes Kind eigene Schwerpunkte setzen konnte. Es war zu beobachten, wie unterschiedlich Kinder sich einbringen und wie sie voneinander profitieren.
Ein großes Highlight war das gemeinsame Reinigen der Kinderfahrzeuge. Die Tätigkeit war alltagsnah, aber zugleich reich an Sinneserfahrungen und sozialem Austausch. Der Garten verwandelte sich dabei in eine kleine Autowaschanlage voller Lachen und Engagement.
Auch der Bau eines Holztipis sowie die Gestaltung unserer neuen Matschküche führten zu intensiven Lernprozessen: Planung, Zusammenarbeit, feinmotorische Tätigkeiten und freies Rollenspiel griffen ineinander und stärkten die Kinder in vielen Kompetenzen.

Mit dem beginnenden Herbst rückte zudem das Thema Farben und Naturveränderungen in den Mittelpunkt. Unter dem Impuls „Der Kuss des Regenbogens“ beobachteten die Kinder mithilfe zweier Wassergläser und einer farbigen Serviette, wie Wasser wandert, Farben sich vermischen und neue Töne entstehen. Dieses einfache Experiment förderte nicht nur Staunen und Freude, sondern auch grundlegendes naturwissenschaftliches Verständnis über Kapillarwirkung und Farbmischung.
Diese Erlebnisse zeigen einmal mehr, wie bedeutsam es ist, Kindern Raum für eigene Entdeckungen, forschendes Handeln und selbstwirksame Erfahrungen zu geben. Sie erinnern uns daran, wie wichtig unsere Rolle als Begleitende, Impulsgebende und Ermöglichende ist.
Ines Amato, element-i Kinderhaus WiKi
