Sicher im Wasser: In der Kita-Zeit zum Seepferdchen

Schwimmen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Kinder fürs Leben lernen können. Doch immer weniger Familien schaffen es, gemeinsam regelmäßig ins Schwimmbad zu gehen – und viele Eltern können selbst nicht schwimmen. Der Verein Vielfalt, Sport und Kultur e. V. (VSK) schließt hier eine Lücke: Seit 2015 bietet er Schwimmkurse für Kita-Kinder aus dem element-i Netzwerk an – altersgerecht, spielerisch und eingebettet in den Betreuungsalltag.

„Unser Ziel ist, dass die Kinder spätestens zum Schulbeginn ihr Seepferdchen schaffen und sich sicher über Wasser halten können“, erklärt Kathrin Kleefisch, Diplom-Sportwissenschaftlerin beim VSK. In kleinen Gruppen von maximal 16 Kindern kümmern sich zwei Schwimmlehrkräfte gemeinsam mit den begleitenden Erzieher:innen um jedes Kind. Der Betreuungsschlüssel liegt bei etwa 1 zu 4 – so kann individuell gefördert und auf Ängste eingegangen werden.

Spielerisch Vertrauen gewinnen

Bevor die Kinder ins Wasser gehen, werden Baderegeln besprochen und spielerische Übungen zur Wassergewöhnung gemacht. Strudel erzeugen, mit dem Gurt gleiten oder nach Ringen tauchen – Schritt für Schritt wächst die Sicherheit. „Manche Kinder brauchen erst etwas Zeit, andere springen direkt los. Wir nehmen Ängste ernst und machen Mut – das ist entscheidend.“

So wie bei Ann-Sophie aus einem element-i Kinderhaus in Stuttgart. Am Anfang wollte sie gar nicht ins Wasser steigen. Heute strahlt sie nach jeder Schwimmstunde: „Erst hatte ich Angst, dann haben wir Seepferdchen im Wasser gespielt – und dann hatte ich keine Angst mehr“, erzählt sie stolz.

Zwei Gruppen werden im Schwimmkurs unterschieden: Kinder ohne Vorerfahrung starten im stehtiefen Wasser, während geübtere Kinder im Nichtschwimmerbecken üben. So kann jedes Kind in seinem Tempo Fortschritte machen.

Stolze Seepferdchen

Die Kurse fördern weit mehr als nur Bewegung im Wasser. Die Kinder werden selbstständiger: Sie ziehen sich um, lernen, aufeinander zu achten und erleben Erfolgserlebnisse, die stolz machen. „Dieser Moment, wenn die Kinder das Seepferdchen bekommen, ist immer etwas Besonderes. Sie strahlen über das ganze Gesicht – und wir mit ihnen.“

Auch die Eltern schätzen das Angebot, weil es fest in den Kita-Alltag integriert ist. Nach dem Kurs gibt es einen kleinen Snack und später in der Kita ein gemeinsames Essen – so bleibt der Tag im vertrauten Rhythmus.

Gemeinsam stark fürs Schwimmenlernen

Der VSK organisiert derzeit neun Kurse pro Woche in Stuttgart und zwei in Karlsruhe – Tendenz steigend. Die Nachfrage ist groß, freie Wasserzeiten sind jedoch rar. Deshalb wünscht sich das Team langfristig mehr Kooperationen mit Schwimmbädern und Städten, um das Angebot weiter auszubauen. Auch ein erneuter Besuch vom „Schwimmmobil“, einer mobilen Einheit mit kleinem, beheiztem Becken, die direkt zu den Kitas fahren kann, wäre toll. „So könnten wir noch mehr Kindern frühzeitig den sicheren Umgang mit Wasser ermöglichen.“

Mehr über die Arbeit des Vereins Vielfalt, Sport und Kultur e. V.:

Vielfalt in Sport und Kultur e.V. – Verein für Menschen in Stuttgart

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