ZOFF! – ein Kooperationsprojekt bringt Streit ins Spiel 

Bereits zum fünften Mal wurde das Kooperationsprojekt zwischen der element-i Bildungsstiftung und dem Kindermuseum Junges Schloss in Stuttgart umgesetzt – und dieses Mal mit einer besonderen Premiere: Erstmals beteiligten sich auch angehende pädagogische Fachkräfte aus Karlsruhe am Projekt. Insgesamt 30 Teilnehmer:innen aus Stuttgart und Karlsruhe setzten sich intensiv mit „Streit und Emotionen“ auseinander – einem Thema, das im (Kita-)Alltag allgegenwärtig ist und dennoch oft zu wenig Raum bekommt.

Der Projektauftakt fand wie gewohnt mit einem inspirierenden Besuch im Kindermuseum Junges Schloss in Stuttgart statt. Während die Teilnehmer:innen aus Stuttgart die Ausstellung in den darauffolgenden Wochen gemeinsam mit den Kindern besuchen konnten, war dies für die Karlsruher Kolleg:innen aufgrund der Distanz nicht möglich. Doch das tat dem Engagement keinen Abbruch: Sie nahmen die Impulse aus dem Vor-Ort-Termin mit in ihre Einrichtungen und entwickelten dort kreative Projekte rund um das Thema.

So wurde das Ausstellungsthema lebendig – auch ohne Ausstellungsbesuch. Die Kinder beschäftigten sich auf vielfältige Weise mit ihren Gefühlen, mit Konflikten und deren Lösungsmöglichkeiten. Ob durch Theater, Gespräche, kreative Gestaltungen oder Rollenspiele – jedes Kinderhaus fand seinen eigenen Weg, das Thema zu bearbeiten.

Eine Projektidee – und was daraus entsteht 

Nany Grimm, Quereinsteigerin aus Karlsruhe, berichtet von ihrem Projekt: „Ursprünglich hatte ich geplant, das Thema ZOFF! über unser bereits geplantes Projekt Wer bin ich? einzuführen. Denn wer sich selbst gut kennt – seine Stärken, Vorlieben und Bedürfnisse –, kann auch besser für sich selbst in Streitmomenten einstehen. Gemeinsam mit den Kindern arbeiteten wir zunächst mit dem Bilderbuchklassiker Das kleine Ich bin Ich von Mira Lobe. Doch schnell zeigte sich: Die Kinder wollten einen anderen Weg gehen. Ihre Aufmerksamkeit galt unserem Eichhörnchen aus Holz „Schniffteschnaffte“, das unsanft aus dem Winterschlaf geweckt wurde und seine Wut an seinem Freund, dem Bären, ausließ.“

Diese Situation wurde zum Ausgangspunkt für viele Gespräche und kreative Impulse. Die Kinder reflektierten über eigene Erfahrungen: Wie möchten sie geweckt werden? Wie fühlt sich Wut an? Warum ist Wut wichtig, und wie kann man mit ihr umgehen?

Partizipation im Fokus

Im weiteren Verlauf entwickelte sich das Projekt offen und in enger Abstimmung mit den Ideen der Kinder. Sie waren nicht nur Teilnehmer:innen, sondern aktive Gestalter:innen des Projekts. Eine ihrer Ideen war die „Erste-Hilfe-Wutwegkiste“ – gefüllt mit Symbolen, Erinnerungen und Methoden zur Wutbewältigung. Von einer „Wutweg-Schnipselparty“, über ein „Wutweg-Konzert“ mit selbstgebauten Instrumenten bis hin zum „Wutweg-Baumbemalen“ mit eigens hergestellten Pinseln: Die Ideen und Interessen der Kinder wurden ernstgenommen und gemeinsam umgesetzt.

Vom Team mit getragen

„In mehreren Teamsitzungen habe ich das Thema ZOFF! eingebracht und mit den Kolleg:innen abgestimmt, wie wir es gemeinsam umsetzen können“, berichtet Nany Grimm. Gemeinsam wurde eine Wutweg-Ecke im Kinderhaus eingerichtet – mit der Erste-Hilfe-Kiste, einem Wutweg-Kissen, passenden Büchern und den Bildern der Kinder. Auch die Kolleg:innen führten Impulse durch, etwa mit dem Buch Das Grand Hotel der Gefühle oder den Materialien der Starke-Kinder-Kiste. Ein lebendiges Beispiel für gelungene Projektarbeit!

Der Projektverlauf in Karlsruhe zeigt eindrücklich, wie aus einem Thema ein lebendiger Prozess entstehen kann – mit Raum für Emotionen, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft. Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss dieses besonderen Durchgangs und bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für ihr Engagement, ihre Offenheit und Kreativität.

 

BUNT – eine Mitmach-Ausstellung 

Nach ZOFF! ging es bunt weiter: Die neuen Mitmach-Ausstellung BUNT, wurde am 18.10.25 eröffnet. Mit Farben, Formen, Klängen und dem neugierigen Maskottchen Punkt entdecken Kinder Kunst, Kultur und Vielfalt – kreativ, spielerisch und mit allen Sinnen. 

 

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