Wauwau und Brummbrumm – Warum Babysprache so wertvoll ist

Kontroverse Meinungen zur Babysprache

Im Umgang mit Kindern benutzen wir Erwachsene – besonders mit den jungen Kindern – durchaus lautmalerische Wörter wie Brummbrumm für ein Auto oder Wauwau für einen Hund. Der im deutschen Sprachraum als Wauwau bezeichnete Hund bellt übrigens in England oder Spanien anders: Auf der Seite von www.babbel.com ist zu lesen, dass ein Hund in England mit einem bow-wow gut bedient ist, während man in Spanien eher guau guau zu hören bekommt.

Nicht selten vertreten Pädagog*innen die Ansicht, diese Babysprache sei nicht förderlich; man solle sie tunlichst vermeiden. Das ist etwas zu einfach. Man muss sich das Thema etwas genauer anschauen.

Mit Babys sprechen wir Erwachsenen – ohne lange darüber nachzudenken – anders als mit anderen Erwachsenen. Unsere Stimmlage ist meist höher, wir betonen die Wörter sehr deutlich, sprechen kurze Sätze, langsam und natürlich auch lautmalerisch. Und das ist gut so.

Studie: Babysprache fördert den Spracherwerb

Wie Forscher*innen der University of Washington herausfanden, ist diese als Babysprache (im Englischen parentese) bezeichnete Sprache besonders geeignet, die eigene Muttersprache zu erwerben. Und es kommt noch besser: Die Forscher*innen haben einen Teil der Eltern bezüglich ihres Sprachverhaltens gecoacht. Die Eltern bekamen Hinweise in Bezug auf Sprechtempo (langsam), Stimmlage (hell), Komplexität der Sätze (gering) und Kontakt zum Baby (direkt). Die Kinder dieser gecoachten Eltern haben mit 18 Monaten generell mehr artikuliert und hatten einen größeren Wortschatz (100 Wörter die Kinder, deren Eltern ein Kurz-Coaching genossen hatten, 60 Wörter die anderen Kinder).

Wie geht das? Die Forscher*innen vermuten, dass die besonders ausgeprägte Babysprache (helle Stimmlage, kurze Sätze, langsames Sprechen und direkte Ansprache) mit etwas sehr Wichtigem einhergeht: Eltern, die so sprechen, scheinen glücklich und zufrieden; und sie sind möglicherweise durch das Coaching motivierender für die Kinder. Diese Emotionalität hat einen großen Impact auf die Sprachentwicklung.

Christina Henning, München

Hier können Sie die Studie nachlesen – auf Deutsch oder Englisch:

https://www.swr.de/wissen/Sprachentwicklung-Studie-Babysprache-hilft-beim-Sprechen-lernen,babysprache-100.html

https://www.washington.edu/news/2020/02/03/not-just-baby-talk-parentese-helps-parents-babies-make-conversation-and-boosts-language-development/

 

paed
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