Aktuelle Informationen zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen

Freitag, 9. Oktober 2020

Regelungen in den element-i Kinderhäusern und Schulen seit dem 1. Oktober 2020

Zum Start des neuen Schul- und Kindergartenjahres sind wir in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückgekehrt. Wir legen weiterhin allergrößten Wert darauf, dass unsere Kitas und Schulen nicht zum Hotspot werden. Wir handeln dabei vorsorglich und nutzen daher ein allgemeines, differenzierteres Corona-Stufenmodell, das seit Oktober 2020 in allen element-i Einrichtungen in Anlehnung an die jeweiligen Corona-Verordnungen in den Bundesländern gilt:

Unser Ziel ist es, allen Kindern wieder dauerhaft Zugang zu Betreuung, Erziehung und Bildung sowie Freiräume zu gewähren und gleichzeitig alle Beteiligten einem möglichst geringen Gesundheitsrisiko auszusetzen. Unser Stufenmodell berücksichtigt die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen im jeweiligen Einzugsgebiet und nutzt die Neuinfektionen in den Landkreisen und kreisfreien Städten je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen als Richtschnur (7-Tage-Inzidenz).  

Wir überprüfen anhand der Inzidenz (gültig sind die Inzidenzen im Ort der Einrichtungen) immer mittwochs den Stand und leiten gegebenenfalls Veränderungen für die Folgewoche ein. Bei diesen Entscheidungen betrachten wir die Gesamtentwicklungen in den Kommunen. Steigt in der Zwischenzeit die Infektion eklatant, justieren wir kurzfristig nach.
Unsere Quelle ist das Dashboard der Robert-Koch-Instituts.

Wichtig: Nur bei einer Inzidenz über 35 werden wir spätestens am Donnerstag die Eltern in den betroffenen Einrichtungen von zentraler Stelle informieren. Ob Eltern die Einrichtungen betreten dürfen, erfahren sie von den Teamleitungen.

Unser differenziertes Stufenmodell für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen (und für eine Inzidenz unter 50) sieht wie folgt aus:

  • Stufe 1: unter 10 Neuerkrankungen im Einzugsgebiet: In den element-i Einrichtungen herrscht nach Möglichkeit der Normalbetrieb. Die Kinder können sich in den Kinderhäusern bzw. im Lernhaus der Schule weiterhin frei bewegen. Die Mitarbeiter*innen tragen keinen Mund- und Nasenschutz in unseren Räumlichkeiten, beachten aber selbstverständlich die weiteren Hygienebestimmungen. Es gelten im Idealfall die Öffnungszeiten wie vor dem Lockdown, wenn es die personellen Kapazitäten (z. B. aufgrund von Erkrankungen) zulassen. Ausflüge sind ohne Einschränkungen und auch in Begleitung von Eltern möglich.
  • Stufe 2: 10 bis 20 Neuerkrankungen: Für die Kinder gibt es keine Veränderungen. Die Mitarbeiter*innen tragen jetzt außerhalb ihres fest zugeordneten Raumes wieder Mund- und Nasenschutz. Aushilfskräften aus anderen Häusern werden ebenfalls feste Räume zugewiesen. Häuserübergreifende Besprechungen zwischen den Mitarbeiter*innen finden digital statt. Bei Ausflügen gehen Kinder aus verschiedenen Kohorten gemeinsam. Eine Begleitung durch Aushilfen aus anderen Häusern ist erlaubt.
  • Stufe 3: 21 bis 35 Neuerkrankungen: Kitas und Schulen dürfen ausschließlich von dort beschäftigten Mitarbeiter*innen (keine Eltern, keine Hospitationen) betreten werden. Einzige Ausnahme: Kurzzeitpraktikant*innen ab einer Woche (als Bestandteil der Ausbildung) sind weiterhin erlaubt. Alle öffentlichen Veranstaltungen wie Infoabende finden ausschließlich digital statt. Für Ausflüge gilt: Museumsbesuche o. Ä. sind unter Auflagen möglich (z. B. ein fester Raum je Gruppe und ein/e Museumspädagog*in mit Mund-Nasen-Schutz). Wir prüfen vorab das Hygienekonzept des Ausflugsziels.
  • Stufe 4: über 35 Neuerkrankungen: Die Zugangsberechtigungen werden weiter eingeschränkt und wir gehen zurück zur Bildung von Kohorten mit fest zugewiesener Bezugsbetreuung sowie verkürzten Öffnungszeiten. Die Kohorten dürfen sich in den Kita- bzw. Schul-Räumen nicht mehr treffen, das Personal ist Teil der Kohorte. Bei Ausflügen wählen wir Ziele im Freien (z. B. Zoo, Tierpark, Wald), die im besten Fall ohne Nutzung des ÖPNVs aufgesucht werden können. Sollte das nicht möglich sein, treffen wir entsprechend sinnvolle Entscheidungen (z. B. ist der Bus sehr voll, wartet man auf den nächsten) vor Ort.

Letzten Endes können die regionalen Gesundheitsämter bzw. die Ministerien der Länder andere Entscheidungen treffen, die wir berücksichtigen müssen. Daher sind in der Praxis Abweichungen zu unserem Stufenmodell möglich, über die wir Sie ebenfalls so schnell wie möglich informieren.

Maßnahmen, die grundsätzlich in unseren Einrichtungen und im Rahmen der Corona-VO gelten:

AHA+L+A-Formel (gültig für Eltern und Externe): Abstand einhalten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske (Mund- und Nasenschutz) tragen, regelmäßig lüften – und wir empfehlen, die Corona-Warn-App zu aktivieren.

Dazu gehört auch, dass die Pädagog*innen sowie die Schüler*innen ab Klasse 5 außerhalb des Unterrichts Mund- und Nasenschutz tragen.

Für Reiserückkehrer*innen gelten ab 01.10.2020 die Regelungen des Bundesgesundheitsministeriums: Wenn die Familie in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, darf das Kind (und natürlich alle Haushaltsmitglieder, die im Risikogebiet waren) erst nach einem negativen Test oder 14 Tagen Quarantäne zurück in unsere Einrichtung.

Grundsätzlich gilt unabhängig von Corona, dass kranke Kinder keinen Zugang zu unseren Einrichtungen haben. Sollte sich ein gesunder Allgemeinzustand des Kindes im Tagesverlauf plötzlich ändern, z. B. Fieber auftreten, würden wir das Kind isolieren, die Eltern informieren und es umgehend abholen lassen. Hier werden wir sehr konsequent agieren.

Erwachsene, die Krankheitssymptome haben, dürfen unser Gelände nicht betreten. Eltern (mit Mund- und Nasenschutz) müssen in einem solchen Fall ihr Kind an der Tür/Gartentür an die Erzieher*innen übergeben. Wir erwarten, dass sie sich an diese Regelungen halten, um unsere Mitarbeiter*innen möglichst vor Ansteckungen zu schützen.

Corona-positive Testung in einer Einrichtung

Sollte in einer unserer Kitas oder Schule ein/e Mitarbeiter*in positiv getestet werden, werden wir die entsprechende Kohorte bzw. Gruppe vorübergehend schließen und die kurzfristige Testung aller Mitarbeiter*innen, die mit diesem/r Kolleg*in Kontakt hatten, veranlassen. Darüber hinaus werden möglicherweise vom Gesundheitsamt angeordneten Maßnahmen (Quarantäne, Testung etc.) umgesetzt.

 

Donnerstag, 24. September 2020

Regelungen in den element-i Kinderhäusern und Schulen ab dem 1. Oktober 2020

Zum Start des neuen Schul- und Kindergartenjahres sind wir in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückgekehrt. Wir legen weiterhin allergrößten Wert darauf, dass unsere Kitas und Schulen nicht zum Hotspot werden. Wir handeln dabei vorsorglich und nutzen daher ein allgemeines, differenzierteres Corona-Stufenmodell, das ab Oktober 2020 in allen element-i Einrichtungen in Anlehnung an die jeweiligen Corona-Verordnungen in den Bundesländern gilt:

Unser Ziel ist es, allen Kindern wieder dauerhaft Zugang zu Betreuung, Erziehung und Bildung sowie Freiräume zu gewähren und gleichzeitig alle Beteiligten einem möglichst geringen Gesundheitsrisiko auszusetzen. Unser Stufenmodell berücksichtigt die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen im jeweiligen Einzugsgebiet und nutzt die Neuinfektionen in den Landkreisen und kreisfreien Städten je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen als Richtschnur (7-Tage-Inzidenz).  

Wir überprüfen anhand der Inzidenz (gültig sind die Inzidenzen im Ort der Einrichtungen) immer mittwochs den Stand und leiten gegebenenfalls Veränderungen für die Folgewoche ein. Bei diesen Entscheidungen betrachten wir die Gesamtentwicklungen in den Kommunen. Steigt in der Zwischenzeit die Infektion eklatant, justieren wir kurzfristig nach.
Unsere Quelle ist das Dashboard der Robert-Koch-Instituts.

Wichtig: Nur bei einer Inzidenz über 35 werden wir spätestens am Donnerstag die Eltern in den betroffenen Einrichtungen von zentraler Stelle informieren. Ob Eltern die Einrichtungen betreten dürfen, erfahren sie von den Teamleitungen.

Unser differenziertes Stufenmodell für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen (und für eine Inzidenz unter 50) sieht wie folgt aus:

  • Unter 10 Neuerkrankungen im Einzugsgebiet: In den element-i Einrichtungen herrscht nach Möglichkeit der Normalbetrieb. Die Kinder können sich in den Kinderhäusern bzw. im Lernhaus der Schule weiterhin frei bewegen. Die Mitarbeiter*innen tragen keinen Mund- und Nasenschutz in unseren Räumlichkeiten, beachten aber selbstverständlich die weiteren Hygienebestimmungen. Es gelten im Idealfall die Öffnungszeiten wie vor dem Lockdown, wenn es die personellen Kapazitäten (z. B. aufgrund von Erkrankungen) zulassen.
  • 10 bis 20 Neuerkrankungen: Für die Kinder gibt es keine Veränderungen. Die Mitarbeiter*innen tragen jetzt außerhalb ihres fest zugeordneten Raumes wieder Mund- und Nasenschutz. Aushilfskräften aus anderen Häusern werden ebenfalls feste Räume zugewiesen. Häuserübergreifende Besprechungen zwischen den Mitarbeiter*innen finden digital statt.
  • Bei 21 bis 35 Neuerkrankungen: Kitas und Schulen dürfen ausschließlich von dort beschäftigten Mitarbeiter*innen (keine Eltern, keine Hospitationen) betreten werden. Einzige Ausnahme: Kurzzeitpraktikant*innen ab einer Woche (als Bestandteil der Ausbildung) sind weiterhin erlaubt. Alle öffentlichen Veranstaltungen wie Infoabende finden ausschließlich digital statt.
  • Über 35 Neuerkrankungen: Die Zugangsberechtigungen werden weiter eingeschränkt und wir gehen zurück zur Bildung von Kohorten mit fest zugewiesener Bezugsbetreuung sowie verkürzten Öffnungszeiten. Die Kohorten dürfen sich in den Kita- bzw. Schul-Räumen nicht mehr treffen, das Personal ist Teil der Kohorte.

Letzten Endes können die regionalen Gesundheitsämter bzw. die Ministerien der Länder andere Entscheidungen treffen, die wir berücksichtigen müssen. Daher sind in der Praxis Abweichungen zu unserem Stufenmodell möglich, über die wir Sie ebenfalls so schnell wie möglich informieren.

Maßnahmen, die grundsätzlich in unseren Einrichtungen und im Rahmen der Corona-VO gelten:

AHA+A-Formel (gültig für Eltern und Externe): Abstand einhalten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske (Mund- und Nasenschutz) tragen – und wir empfehlen, die Corona-Warn-App zu aktivieren.

Dazu gehört auch, dass die Pädagog*innen sowie die Schüler*innen ab Klasse 5 außerhalb des Unterrichts Mund- und Nasenschutz tragen.

Für Reiserückkehrer*innen gelten ab 01.10.2020 die Regelungen des Bundesgesundheitsministeriums: Wenn die Familie in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, darf das Kind (und natürlich alle Haushaltsmitglieder, die im Risikogebiet waren) erst nach einem negativen Test oder 14 Tagen Quarantäne zurück in unsere Einrichtung.

Grundsätzlich gilt unabhängig von Corona, dass kranke Kinder keinen Zugang zu unseren Einrichtungen haben. Sollte sich ein gesunder Allgemeinzustand des Kindes im Tagesverlauf plötzlich ändern, z. B. Fieber auftreten, würden wir das Kind isolieren, die Eltern informieren und es umgehend abholen lassen. Hier werden wir sehr konsequent agieren.

Erwachsene, die Krankheitssymptome haben, dürfen unser Gelände nicht betreten. Eltern (mit Mund- und Nasenschutz) müssen in einem solchen Fall ihr Kind an der Tür/Gartentür an die Erzieher*innen übergeben. Wir erwarten, dass sie sich an diese Regelungen halten, um unsere Mitarbeiter*innen möglichst vor Ansteckungen zu schützen.

Corona-positive Testung in einer Einrichtung

Sollte in einer unserer Kitas oder Schule ein/e Mitarbeiter*in positiv getestet werden, werden wir die Kita vorübergehend schließen und die kurzfristige Testung aller Mitarbeiter*innen, die mit diesem/r Kolleg*in Kontakt hatten, veranlassen. Darüber hinaus werden möglicherweise vom Gesundheitsamt angeordneten Maßnahmen (Quarantäne, Testung etc.) umgesetzt.

 

Mittwoch, 19. August 2020

Reiserückkehrer*innen und steigende Infektionszahlen: Striktere Regelungen in den element-i Kinderhäusern nach der Schließzeit (gültig bis 30. September 2020)

Wir betrachten mit großer Sorge die zunehmende Unbekümmertheit im Umgang mit der Corona-Pandemie bei Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten, aber auch bei Besucher*innen von Veranstaltungen, an denen gesungen, getanzt und lebhaft diskutiert wird – ohne den Abstand einzuhalten, Maske zu tragen und intensiv zu lüften. Aktuelle Meldungen des Robert-Koch-Instituts bestätigen leider unsere Besorgnis: Die Anzahl der an Corona erkrankten Personen steigt wieder. Ein großer Anteil der Neuinfizierten zählt zu den Reiserückkehrer*innen.

Seit Beginn der Pandemie hat die Wissenschaft nach ihren anfänglich geringen Erfahrungen mit dem Corona-Virus ständig neue Erkenntnisse gewonnen: Zum einen stecken vor allem junge Kinder kaum andere Kinder oder Erwachsene an. Zum anderen verläuft die Krankheit Covid-19 bei Kindern meist milde. Das bedeutet also: Im Gegensatz zu Grippeerkrankungen, bei denen Kinder die Hauptüberträger sind, sind es beim Corona-Virus Erwachsene. Erwachsene und nicht die Kinder gefährden also nach heutigem Stand den Betrieb der Kitas. Das heißt: Erkrankte Erwachsene bedingen die Schließung einer Kita zum Schutz weiterer Erwachsener, ohne dass die Kinder von der Pandemie in erster Linie betroffen sind. Aus den Erfahrungen der letzten Monate können wir so das Konzept für den Gesundheitsschutz unter Pandemiebedingungen besser auslegen und auf wissenschaftliche Erkenntnisse, unter anderem durch Rücksprache mit Herrn Professor Dr. med. Matthias Keller von der Universitäts-Kinderklinik Passau und dem Gesundheitsamt, zurückgreifen (vgl. Studie des Landes Baden-Württemberg: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vorlaeufige-ergebnisse-der-eltern-kind-covid-19-studie-in-baden-wuerttemberg/ und https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/erste-ergebnisse-der-studie-ueber-corona-bei-kindern/ sowie Information des Landegesundheitsamtes).

Wir werden weiterhin allergrößten Wert darauf legen, dass unsere Kitas nicht zum Hotspot werden und haben daher die Maßnahmen für den Gesundheitsschutz unserer Kinder, Mitarbeiter*innen und Eltern nochmals überarbeitet. Unser Ziel ist es, auch zum Ende der Urlaubszeit die Ansteckungsgefahr in der Kita auf ein Minimum zu begrenzen. Die neuen und strikteren Regelungen betreffen das Verhalten der Erwachsenen, vor allem der Mitarbeiter*innen, und gelten zunächst bis 30. September 2020. Der angewandte Stufenplan für die Kinder in unseren Häusern bleibt, wie bisher, bestehen. Unsere Maßnahmen orientieren sich daher daran, die Erwachsenen aufzuklären und an ihre Verantwortung zu appellieren. Denn infizierte, positiv getestete Erzieher*innen, weitere Mitarbeiter*innen, Eltern und auch Kinder machen es unabdingbar, Quarantänemaßnahmen in den Einrichtungen zu ergreifen. Die folgenden, strikteren Corona-Regelungen gelten ebenfalls für die Ferienbetreuung der element-i Schulen bis einschließlich 11. September 2020. Über Regelungen zum Schulstart werden wir rechtzeitig informieren.

Regelungen in den element-i Kinderhäusern ab dem 24. August 2020

Um das Ansteckungsrisiko in der Kita möglichst gering zu halten, ist die wichtigste Maßnahme, möglichst sicherzustellen, dass Mitarbeiter*innen nicht unter einem Corona-Infekt leiden. Ganz besonderen Wert legen wir deshalb – über die gesamte Corona-Zeit hinweg – auf eine möglichst sichere und hohe Zutrittsbarriere.

Zutrittsbarriere

Da wir nicht feststellen können, wer infiziert ist, haben wir uns bei den Erwachsenen für folgendes Verfahren entschieden:

  • Die Kitas dürfen ausschließlich von dort beschäftigten Mitarbeiter*innen betreten werden, sofern sie und andere Mitglieder ihres Haushaltes
    • in den letzten 48 Stunden kein Fieber (über 38,0 Grad) hatten (Ausnahme: Das Fieber ist durch andere Gründe erklärbar),
    • nicht unter trockenem Husten oder Atemnot leiden,
    • nicht unter Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns leiden,
    • in den letzten 14 Tagen keinen Kontakt mit einem Corona-positiv getesteten und infektiösen Menschen hatten,
    • in den letzten 14 Tagen in keinem Risikogebiet gewesen sind. Für Rückkehrer*innen aus Risikogebieten fordern wir mind. eine 7-tägige Quarantäne und zwei negative Tests im Abstand von mindestens sieben Tagen (soweit das Gesundheitsamt über keinen längeren Zeitraum verfügt). Ein anerkanntes negatives Testergebnis, wie es in den Quarantäne-Vorschriften angeordnet ist, ist für einen Zutritt in unsere Einrichtungen nicht ausreichend.
  • Mitarbeiter*innen übernehmen bzw. übergeben die Kinder vor der Kita von ihren bzw. an ihre Eltern. Den konkreten Ablauf regeln die Häuser entsprechend ihrer Gegebenheiten.
  • Für Eltern, die zur Eingewöhnung ihres Kindes kommen, gelten strikte Sonderregelungen.

Es beunruhigt uns auch, dass einige Erwachsene, die mit unseren Kitas in Kontakt sind, nicht die Corona-Warn-App nutzen. Diese bietet immerhin die Möglichkeit, über einen Kontakt mit einer infizierten Person informiert zu werden. Betroffene können sich daraufhin sofort testen lassen und sich ggf. in Quarantäne begeben. Für unsere Kitas würde dies die Gefahr einer Ansteckung von Kolleg*innen oder Eltern und damit das Risiko von Schließungen reduzieren. Wir empfehlen daher, dass jeder Erwachsene, Eltern wie Mitarbeiter*innen die Corona Warn-App auf dem eigenen Smartphone installiert.

Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten

Wenn die Familie in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, darf das Kind erst dann zurück in das Kinderhaus, wenn die Eltern von allen Familienmitgliedern sieben Tage nach Reiserückkehr und nach dem ersten verpflichtenden und negativen Test einen weiteren negativen Test vorlegen können.

Mitarbeiter*innen in der Kita

Aufgrund der geänderten Situation und der Kenntnis über die Ansteckungswege setzen wir unter den Erwachsenen auf Abstand, Hygiene und das Tragen von Mund- und Nasenschutz. Wir handeln in dem Wissen, dass jede*r infektiös sein könnte. Deshalb werden wir in den Kitas folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Nach Betreten der Kitas waschen oder desinfizieren die Mitarbeiter*innen ihre Hände. Dies wiederholen sie mindestens alle zwei Stunden.
  • Jeder Raum muss zu jeder vollen Stunde für mindestens fünf Minuten gelüftet werden.
  • Mitarbeiter*innen arbeiten in den von ihnen verantworteten Räumen mit maximal einem/r weiteren Kolleg*in. Sie halten auch dort einen Mindestabstand von 1,5 Metern ein.
  • Beim Verlassen des Raumes tragen sie einen Mund- und Nasenschutz und achten ebenfalls grundsätzlich auf den Mindestabstand.
  • Die Pausenräume oder Büros dürfen von max. zwei Mitarbeiter*innen gleichzeitig genutzt werden, die außerdem einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Corona-positive Testung in einer Kita

Sollte in einer unserer Kitas ein/e Mitarbeiter*in positiv getestet werden, werden wir die entsprechende Kita-Gruppe vorübergehend schließen und die Testung aller Mitarbeiter*innen, die mit diesem/r Kolleg*in Kontakt hatten, veranlassen. Auch die Kita-Gruppen der Mitarbeiter*innen, die Kontakt zur infizierten Person hatten, werden geschlossen, und es werden die vom Gesundheitsamt angeordneten Maßnahmen (Quarantäne, Testung etc.) umgesetzt.

Aktuell haben u.a. Erzieher*innen in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen in der Sommerzeit die Möglichkeit, sich auch bei Symptomfreiheit kostenlos zu testen. Es gelten unterschiedliche Regelungen (z. B. 14-tägige Reihentestung oder maximal 2 Tests über einen gewissen Zeitraum) in den Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen. Wir werden die Angebote der Landesregierungen in Anspruch nehmen.

Zudem setzen wir uns politisch für die sofortige Bereitstellung von Schnelltests für Mitarbeiter*innen in Kitas ein. Diese müssen in Testzentren an 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, erfolgen können. Das Ergebnis sollte innerhalb von max. vier Stunden zur Verfügung stehen. Die Testung muss ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt durchführbar sein.

Wir werden bis zum 30. September 2020 soweit möglich auf persönliche Kontakte zwischen den Kitas verzichten.

Kinder in der Kita

Besonders im Herbst und Winter gibt es für Kinder und Erwachsene natürlich weiterhin das Ansteckungsrisiko mit einer Erkältungs- oder Grippe-Erkrankung. Diese lässt sich dann wiederum nur durch einen Test von einer Corona-Infektion unterscheiden.[1]

Grundsätzlich gilt, dass kranke Kinder mit Fieber, Hals- oder Ohrenschmerzen, starkem, anhaltendem Husten, Erbrechen oder Durchfall keinen Zugang zu unseren Einrichtungen haben. Sollte sich ein gesunder Allgemeinzustand des Kindes im Tagesverlauf plötzlich ändern, z.B. Fieber auftreten, würden wir das Kind isolieren, die Eltern informieren und es umgehend abholen lassen. Eine Wiederzulassung ist in unseren Einrichtungen erst nach 48 Stunden Symptomfreiheit wieder möglich.

Wenn ein Kind an unserem Betrieb teilnehmen möchte, erwarten wir von seinen Erziehungsberechtigten die Bestätigung, dass seit mind. 48 Stunden keines der Mitglieder im Haushalt des Kindes oder das Kind selbst

  • über 38,0 Grad Körpertemperatur hat (gemessen im Ohr oder an der Stirn) oder
  • unter trockenem Husten oder Atemnot leidet oder
  • in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einem Corona positiv getesteten und infektiösen Menschen hatte.
Das heißt für Reiserückkehrer*innen: Wenn die Familie in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, darf das Kind erst dann zurück in das Kinderhaus, wenn die Eltern von allen Familienmitgliedern sieben Tage nach Reiserückkehr und nach dem ersten verpflichtenden und negativen Test einen weiteren negativen Test vorlegen können. 

Ausnahmen bei den Krankheitssymptomen:

  • bei Mitgliedern im Haushalt: Die Symptome haben eine nicht ansteckende Ursache, die ärztlich abgeklärt ist.
  • beim Kind: bekannte und ärztlich attestierte Vorerkrankungen.

Entsprechend der aktuellen Corona-Verordnungen werden wir in den Kitas, bei niedrigem Infektionsgeschehen vor Ort, in Gruppen mit max. 20 U3-Kindern und max. 50 Ü3-Kindern gemeinsam arbeiten. Singen und Bewegung wird im Freien stattfinden. Sollte die Infektionsrate steigen, werden wir entsprechend unserem Stufenplan vorgehen. Das heißt beispielsweise: Wir trennen Kohorten und betreuen die Kinder wieder in kleineren Gruppen und in festen Räumen.

Darüber hinaus bitten wir Erzieher*innen und Eltern nach wie vor den genauen Zeitraum des Kita-Besuches und die Dauer ihrer Anwesenheit festzuhalten. Dies ermöglicht es uns, im schlimmsten Falle genau nachvollziehen zu können, welche Kontakte erfolgt sind.

Wir hoffen, dass wir mit diesen Regelungen erreichen, dass unsere Kitas Corona frei bleiben und wir keine Schließungen nach der Urlaubszeit vornehmen müssen. Es ist uns klar, dass dies für alle Einschränkungen und Unbequemlichkeiten mit sich bringt. Wir bitten um Verständnis und Unterstützung aller Beteiligten für diesen vorsichtigen Weg. Wir Erwachsene müssen alles dafür unternehmen, um den Betrieb der Kitas für unsere Kinder nicht zu gefährden. Und wir Erwachsenen müssen auch alles dafür tun, um unsere besonders gefährdeten Mitarbeiter*innen und Eltern möglichst keinem Risiko auszusetzen. Für die Zeit nach dem 30. September 2020 werden wir entsprechend der künftigen Infektionsentwicklung unser Gesundheitskonzept in den Einrichtungen und auch im Hinblick auf die Erwachsenen erneut überarbeiten und anpassen.

Stuttgart, 19.08.2020

Waltraud Weegmann, Carola Kammerlander, Clemens Weegmann

[1] Anmerkung: In Baden-Württemberg ist die Influenza-Schutzimpfung grundsätzlich für alle Personen empfohlen. Laut Gesundheitsamt ist das dieses Jahr besonders wichtig.

Mittwoch, 22. Juli 2020

(Kita-)Kinder brauchen eine Lobby

Für verbindliche Qualitätsstandards in deutschen Kitas

Kinder haben eigene Rechte, zum Beispiel das Recht auf Bildung, auf Spiel und Erholung, auf Mitbestimmung, auf Privatsphäre, auf Geborgenheit und gesunde Lebensverhältnisse. Bereits seit 1989 sind diese Rechte in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Wir als Gesellschaft sind dafür verantwortlich, entsprechende Lebens- und Entwicklungsbedingungen für die Kleinsten unter uns zu gewährleisten, für sie zu sorgen und sie zu schützen. Das Ziel: Sie sollen in einem Rahmen aufwachsen können, der sie stärkt und in die Lage versetzt, ihr Leben künftig verantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten, unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln und gute Lebens­bedingungen für sich und andere zu schaffen.

Frühkindliches Bildungssystem soll Kinderrechte verwirklichen

Unsere Gesellschaft übernimmt diese Verantwortung für Kinder. Sie hat das System der frühkindlichen Bildung und Betreuung qualitativ weiterentwickelt und quantitativ ausgebaut. Jährlich fließen zu Recht Milliardensummen in dieses System. Denn es ist maßgeblicher Baustein für die Verwirklichung zahlreicher Kinderrechte.

Manko: Verbindliche Qualitätsstandards fehlen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass nur Kindertageseinrichtungen mit hoher pädagogischer Qualität die gesteckten Ziele erreichen. Nur ihnen gelingt es zum Beispiel, mehr Chancengerechtigkeit für Kinder aus schwierigen und weniger bildungsaffinen Familien herzustellen. Doch nur ein Bruchteil der deutschen Kindertagesstätten erreicht das dafür nötige Qualitätsniveau (vgl. NUBBEK-Studie). Trotzdem fehlen bislang verbindliche Qualitätsstandards, deren Umsetzung auch überprüft wird. Ein Grund dafür: Kindern fehlt eine finanzkräftige Lobby!

Träger sind für Kita-Qualität verantwortlich

Träger stehen in der Pflicht: Sie müssen die Steuerung und Förderung ihrer Kitas und damit die Verantwortung für deren Qualität übernehmen. Dass es zwar selten, aber immer wieder zu Vorkommnissen in Kitas kommt, die das Kindeswohl verletzen und Kinder in Gefahr bringen, zeigt, wie dringlich der Handlungsbedarf bei der Steuerung und Führung der Kita-Teams ist. Damit der Druck auf Träger wächst, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, benötigen wir mehr Transparenz im System und eine Lobby, die dies nachdrücklich einfordert.

Corona-Krise zeigt: Eine finanzkräftige Lobby für Kinder fehlt

Diese fehlende finanzkräftige Lobby für Kinderrechte machte sich auch in der Corona-Krise deutlich bemerkbar. Zu Beginn des Shutdowns standen Interessenvertreter*innen vieler Branchen bei den politischen Verantwortlichen sofort auf der Matte, um sich für den Ausgleich von finanziellen Verlusten und einer möglichst schnellen Wiedereröffnung der Betriebe einzusetzen. Es vergingen jedoch Wochen, bevor Stimmen laut wurden, die sich für das Recht der Kinder auf Zugang zu ihren Kitas stark machten. Dabei sind Kitas für die Mädchen und Jungen wichtige Begegnungsorte mit anderen Kindern und Institutionen der Bildung, der Erziehung, des Schutzes und der Chancen­gerechtigkeit. Der Grund für den Spätstart: Eine Interessengruppe musste sich erst formieren. Nach und nach fanden sich Eltern und Verbände zusammen.

Allianz muss weiter für Kinderrechte kämpfen

Diese Allianz sollte sich jetzt weiter verstärken und am Ball bleiben. Denn es ist allerhöchste Zeit, das Recht aller in Deutschland lebenden Kinder auf eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und Erziehung festzuschreiben. Um die nötige Qualität tatsächlich gewährleisten zu können, gilt es, messbare Kriterien festzulegen und diese zu überprüfen.

Und Qualität kostet!

Die Steuerung der Kitas ist die Aufgabe von Trägern. Dazu müssen sie qualifiziert, professionalisiert und finanziell ausgestattet werden. In der Kita-Branche arbeiten etwa so viel Beschäftigte wie in der Automobil- und Automobilzulieferbranche. Unsere Kinder haben es verdient in Bezug auf Qualität und Professionalität zumindest die gleichen hohen Ansprüche genießen zu können. Träger sind dafür in die Verantwortung zu nehmen.

Kita-Qualität selbstbewusst managen

Als Kita-Träger-Netzwerk wissen wir, was Qualitätsentwicklung in der Kita bedeutet. Und wir wissen: Es ist wichtig, dass wir Kitaqualität selbstbewusst und professionell steuern. Unsere Haltung dabei: Es geht nicht darum, Verfehlungen aufzuzeigen und die Kita-Leitungen und -Teams anschließend mit diesen Ergebnissen allein zu lassen. Es geht vielmehr darum, Verbesserungsprozesse anzustoßen und zu begleiten. Dazu gehört es, sowohl Defizite bewusst zu machen und auszugleichen als auch Stärken zu erkennen und auszubauen. In diesem Sinne sollten wir auf landes- und bundespolitischer Ebene ein Verständnis für die Definition von Qualitätsstandards und deren Überprüfung etablieren.

Plattform TopKita bietet Umsetzungsmöglichkeit

Wir möchten nicht nur fordern, sondern auch Möglichkeiten aufzeigen, wie Qualitätsentwicklung in Kitas praktisch funktionieren kann. Basierend auf den Erfahrungen mit Qualitätsentwicklungsprozessen in eigenen Einrichtungen sowie überzeugt von der Notwendigkeit, möglichst bundesweit einheitliche Standards und Verfahren zu schaffen, haben wir bereits 2018 das TopKita Institut ins Leben gerufen. Die Sparda Stiftung für Bildung und Soziales sowie die element-i Bildungsstiftung unterstützen das Projekt finanziell. Wissenschaftlich begleitet wird es von Professorin Irene Dittrich von der Fachhochschule Potsdam, einer der Verfasserinnen der überarbeiteten Version des nationalen Kriterienkatalogs für pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder.

Praxiserprobtes Instrumentarium

TopKita macht pädagogisches Handeln anhand definierter Standards mess- und steuerbar. Kitas steht dafür ein praxiserprobtes und einfach zu nutzendes Instrumentarium aus Selbstevaluation, Elternbefragungen und externen Auditor*innen zur Verfügung. Die Vielfalt der Blickwinkel stellt die Objektivität der Ergebnisse sicher. Mitarbeiter*innen erhalten dadurch die Chance, die Weiterentwicklung der Qualität in ihrer Kita systematisch voranzutreiben. Träger können anhand des entstandenen Qualitätsmonitors auf einen Blick Entwicklungspotentiale erkennen und Unterstützungs- sowie Verbesserungs­maßnahmen anstoßen. Diese transparenten Ergebnisse liefern Argumente für eine zielgerichtete – und starke – Lobbyarbeit. Das würde auch dazu führen, dass es endlich eine solide, faktenbasierte Antwort auf die Frage gibt, ob unsere in frühkindliche Bildung und Betreuung investierten Milliarden gut angelegt sind und was wir besser machen können.

Dienstag, 26. Mai 2020

Positionspapier „Gesundheitsschutz für Kitas“ während der Corona-Pandemie

Kinder brauchen für ihre Sozialisation und Erziehung unabdingbar andere Kinder. Sie müssen gemeinsam mit ihnen auf Erkundung gehen, eigene Maßstäbe entwickeln, sich an anderen Kindern der nächstliegenden Entwicklungsstufe orientieren, in Rollenspielen unterschiedliche Ideen und Erlebnisse voneinander erfahren und im Spiel verarbeiten sowie sich messen, ohne Erwachsenenmaßstäben gerecht werden zu müssen. Dafür brauchen sie eine anregende sprachliche Umgebung und Platz für ausreichend Bewegung drinnen und draußen.

Daher machen wir uns nicht Gedanken, ob oder welche ausgewählten Kinder wieder in die Kitas und Schulen zurückkommen sollten, sondern darum, wie wir es allen Kindern – im Rahmen der rechtlichen Vorschriften – ermöglichen können, wenigstens zeitweise wieder an diesem für sie so wichtigen Sozialisations-, Lern- und freudigem, freiem, kindgerechten Aufenthaltsort sein zu können. Im Wissen darüber, dass vor allem junge Kinder körperliche Nähe, Emotionalität, sinnliche Erfahrungsmöglichkeiten, Gestik, Mimik, nonverbale und visuelle Kommunikation, körperlich raumgreifende Bewegung und selbstvergessenes, vertieftes Spiel in ihrem kindlichen Sein benötigen, schließen sich das Tragen von Gesichtsmasken oder das Einhalten des Mindestabstands aus.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu wahren und dabei insbesondere die Anzahl der Neuerkrankungen des Einzugsgebiets zu betrachten. Gibt es keine Neuerkrankungen oder nur eine sehr geringe Zahl, ist es nicht angemessen dauerhaft die maximale Sicherheitsvariante anzuwenden. Wir haben uns deshalb für einen Stufenplan entschieden, der entsprechend dieser Fallzahlen im Einzugsbereich greift. Das heißt: Bei keinen oder sehr wenigen Neuinfektionen im regionalen Umfeld reicht die Zugangsbarriere als Sicherheitsmaßnahme aus. Steigt die Zahl der Neuinfektionen, werden wir die Maßnahmen erhöhen.

Nach momentanem Erkenntnisstand übertragen überwiegend Erwachsene den Corona-Virus untereinander oder auf Kinder. Eine Ansteckung von Kind zu Kind findet eher nicht statt. Deshalb ist es wichtig, Schutzbestimmungen vorrangig auf Erwachsene anzuwenden, also auch auf die Mitarbeiter*innen in den Kitas. Wir ordnen deshalb bis auf Weiteres an, dass max. drei Erwachsene gleichzeitig in einem Kita-Raum sein dürfen und das Abstandsgebot zwischen ihnen einzuhalten ist. Eltern müssen während ihrer Anwesenheit in der Kita einen Mundschutz tragen. Wir bitten unsere Mitarbeiter*innen und Eltern darüber hinaus, sich auch außerhalb der Kita an die allgemeinen Hygieneregelungen zu halten: Ihre mögliche Erkrankung hätte Auswirkungen auf den gesamten Kita-Betrieb!

Unter Berücksichtigung der zu erwartenden Dauer der Corona-Pandemie ist es entscheidend, die Arbeit in den Kitas an den jeweiligen Status der Neuerkrankungen im Umfeld zu konzentrieren. Wir werden zur Umsetzung unseres Stufenplanes auch im laufenden Prozess den direkten Austausch mit den Gesundheitsämtern pflegen, insbesondere um einen aktuellen und gesicherten Stand über die Zahl der regionalen Corona-Neuinfektionen und deren Risikoeinschätzung zu erhalten.

Um das Risiko einer Ansteckungsgefahr in der Kita möglichst gering zu halten, ist die wichtigste Maßnahme, dass wir möglichst sicherstellen, dass die Kinder und Mitarbeiter*innen nicht unter einem Corona-Infekt leiden. Ganz besonderen Wert legen wir deshalb – über die gesamte Corona-Zeit hinweg – auf eine möglichst sichere und hohe Zutrittsbarriere und die konsequente und sofortige Abholung von Kindern, die für die Mitarbeiter*innen einen nicht gesunden Eindruck machen. Die geplanten Stufen sehen wie folgt aus:

Stufe 1: Zutrittsbarriere
Da die Unterscheidung zu anderen Grippe- und grippeähnlichen Erkrankungen nur schwer zu treffen ist und die Corona-Testverfahren nicht kurzfristig und in jedem Falle zu erhalten sind, haben wir uns für folgendes Verfahren entschlossen:
Wenn ein Kind an unserem (reduzierten) Regelbetrieb teilnehmen möchte, erwarten wir von seinen Erziehungsberechtigten die Bestätigung, dass seit mind. 48 Stunden keines der Mitglieder im Haushalt des Kindes oder das Kind selbst

  • über 37,5 Grad Körpertemperatur hat (gemessen an Ohr oder Stirn),
  • oder unter Husten oder Atemnot leidet und
  • in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einem Corona positiv getesteten und infektiösen Menschen hatte.

Wir erwarten außerdem die schriftliche Zusicherung, dass, sobald einer dieser Symptome auftritt, die Eltern die Kita informieren und ihr Kind von dem reduzierten Regelbetrieb abmelden, bis alle Haushaltsmitglieder wieder mind. 48 Stunden symptomfrei sind oder vor mind. 14 Tagen den letzten Kontakt mit einem Corona positiv getesteten und infektiösen Menschen hatten. Wir werden bei Nichteinhalten dieser Regelung die Kinder konsequent vom weiteren Besuch der Kita ausschließen.
Die Kinder können sich ansonsten im Haus begegnen, miteinander spielen und auch die Erzieher*innen können alle Kinder betreuen.

Stufe 2: Kohorten-Modell
Im Augenblick setzen wir auf die Bildung von Gruppen von fünf bis maximal zehn alters- bzw. entwicklungsähnlichen Kindern, die zusammen mit jeweils zwei pädagogischen Betreuungspersonen eine Kohorte bilden, die von den anderen Kohorten im Haus räumlich getrennt sind. Jede Kohorte schafft sich in ihrem ausreichend großen Bereich (mindestens doppelt so viel Raum für die Anzahl von Menschen wie vor der Pandemie) ihre anregungsreiche Umgebung, in der sie überwiegend verbleibt. Wie viele Kinder wie häufig in der Einrichtung sein können, hängt stark von den Gegebenheiten einer jeden Kita und den öffentlichen Vorschriften ab. Wichtig ist, dass alle Kinder in regelmäßigen Abständen die Gelegenheit haben, mit ihren Freunden zusammenzutreffen, den Bezug zu ihren Betreuer*innen aufrechtzuerhalten sowie an vielfältig anregenden Impulsen für ihr Spiel und ihre Entwicklung teilzuhaben.

Stufe 3: Bezugsbetreuung
Wenn die regionalen Neuerkrankungen steigen, werden wir als Stufe drei auf eine strikte Trennung der Kohorten und der den Kohorten fest zugewiesene Bezugsbetreuung (d.h. die Betreuer*innen dürfen nur in einer fest zugeordneten Kohorte arbeiten) umstellen. Dies würde auch bedeuten, dass Mitarbeiter*innen im Krankheitsfall nicht ersetzt und die Kohorte „geschlossen“ werden müsste. Gemeinschafts- und Hygieneflächen werden abwechselnd genutzt und entsprechend der Hygienevorschriften gereinigt.
Diese strikte Orientierung der Kohorten wird wieder aufgegeben werden, sobald das Ansteckungsrisiko aufgrund der insgesamt geringen Neuerkrankungen im Umfeld sinkt.

Darüber hinaus bitten wir Erzieher*innen und Eltern, den genauen Zeitraum des Kita-Besuches und die Dauer ihrer Anwesenheit festzuhalten. Dies ermöglicht es uns, im schlimmsten Falle genau nachvollziehen zu können, welche Kontakte erfolgt sind.
Wir haben uns für diesen aufwändigen und auch oft unkomfortablen Weg entschieden, um den Kindern in der Kita eine möglichst normale und dennoch sichere Zeit zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass wir möglichst vielen Kinder wieder die Möglichkeit geben müssen, ihre Freunde in ihrer Kitaumgebung treffen zu können. Diesen Spagat zwischen kindgerechter Gemeinschaft und Sicherheit meinen wir, so verantworten zu können, und freuen uns, unsere Kita-Kinder bald wieder zu sehen!

Waltraud Weegmann, Carola Kammerlander

Top Kita
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Montag, 11. Mai 2020

Positionspapier Konzept-e zum Thema Gesundheitsschutz

Corona: Erweiterte Gesundheitsschutzmaßnahmen in Kitas, um allen Kindern in Deutschland den Zugang zu ermöglichen
Hintergrund

Am 6. Mai 2020 hat Baden-Württembergs Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann einen Fahrplan für die weitere Öffnung des Kitabetriebs in Baden-Württemberg vorgestellt. Mit der neuen Regelung dürfen ab 18. Mai maximal 50% der Kinder gleichzeitig anwesend sein.

Unsere Position

Kinder brauchen für ihre Sozialisation und Erziehung unabdingbar andere Kinder. Sie müssen die Möglichkeit haben, gemeinsam mit ihnen auf Erkundung zu gehen, eigene Maßstäbe zu entwickeln, sich an anderen Kindern der nächstliegenden Entwicklungsstufe zu orientieren, in Rollenspielen unterschiedliche Ideen und Erlebnisse voneinander zu erfahren und im Spiel zu verarbeiten sowie sich zu messen, ohne Erwachsenenmaßstäben gerecht werden zu müssen. Dafür brauchen sie eine anregende sprachliche Umgebung und Platz für ausreichend Bewegung drinnen und draußen.

Daher machen wir uns nicht Gedanken, ob oder welche ausgewählten Kinder wieder in die Kitas (und Schulen) zurückkommen sollten, sondern darum, wie wir es allen Kindern ermöglichen können, wenigstens zeitweise (zum Beispiel in einem rollierenden System oder einem „Schichtbetrieb“) wieder an diesem für sie so wichtigen Sozialisations-, Lern- und freudigem, freiem, kindgerechten Aufenthaltsort sein zu können.

Im Wissen darüber, dass vor allem junge Kinder körperliche Nähe, Emotionalität, sinnliche Erfahrungsmöglichkeiten, Gestik, Mimik, nonverbale und visuelle Kommunikation, körperlich raumgreifende Bewegung und selbstvergessenes, vertieftes Spiel in ihrem kindlichen Sein benötigen, schließen sich das Tragen von Gesichtsmasken oder das Einhalten des Mindestabstands aus. Der Gesundheitsschutz in Kitas muss daher andere, weitreichendere Maßnahmen umfassen:

  • Wir setzen auf die Bildung von Gruppen von fünf bis maximal zehn alters- bzw. entwicklungsähnlichen Kindern, die zusammen mit jeweils zwei pädagogischen Betreuungspersonen eine Kohorte bilden, die von den anderen Kohorten im Haus streng räumlich getrennt sind. Jede Kohorte schafft sich in ihrem ausreichend großen Bereich (mindestens doppelt so viel Raum für die Anzahl von Menschen wie vor der Pandemie) ihre anregungsreiche Umgebung, in der sie fest verbleibt.
  • Gemeinschafts- und Hygieneflächen werden abwechselnd genutzt und entsprechend der Hygienevorschriften gereinigt. 
  • Um das Risiko einer Ansteckungsgefahr in der Kita möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass die Kinder möglichst sicher unter keinem Corona-Infekt leiden. Da die Unterscheidung zu anderen grippe- und grippeähnlichen Erkrankungen nur schwer zu treffen ist und die Corona-Testverfahren nicht kurzfristig und in jedem Falle zu erhalten sind, haben wir uns für eine Ausweitung der Betrachtung entschlossen. Wenn ein Kind an unserem reduzierten Regelbetrieb teilnehmen möchte, erwarten wir von seinen Erziehungsberechtigten die Bestätigung, dass seit mind. 48 Stunden keines der Mitglieder im Haushalt des Kindes über 37 Grad Körpertemperatur hat oder unter Husten oder Atemnot leidet. Wir erwarten außerdem die schriftliche Zusicherung, dass sobald einer der drei Symptome auftritt, die Eltern die Kita informieren und ihr Kind von dem reduzierten Regelbetrieb abmelden, bis alle Haushaltsmitglieder wieder mind. 48 Stunden symptomfrei sind. Wir werden bei Nichteinhalten dieser Regelung die Kinder konsequent vom weiteren Besuch der Kita ausschließen.
  • Darüber hinaus werden wir den genauen Zeitraum des Besuches und die Dauer der Anwesenheit der Erziehungsberechtigten festhalten. Dies ermöglicht es uns, im schlimmsten Falle genau nachvollziehen zu können, welche Kontakte erfolgt sind.

Wir haben uns für diesen sicher nicht ganz unaufwändigen und auch unkomfortablen Weg entschieden, um den Kindern in der Kita einen, zumindest innerhalb ihrer Kohorte, möglichst normalen Betrieb zu ermöglichen. Wie viele Kinder wie häufig in der Einrichtung sein können, hängt natürlich auch stark von den Gegebenheiten einer jeden Kita ab. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir dank dieser Maßnahmen möglichst vielen Kinder wieder die Möglichkeit geben können, mit ihren Freunden zusammenzutreffen, den Bezug zu ihren Betreuer*innen aufrechtzuerhalten und an vielfältig anregenden Impulsen für ihr Spiel und ihre Entwicklung teilzuhaben.

Diesen Spagat zwischen kindgerechter Gemeinschaft und Sicherheit meinen wir so verantworten zu können und freuen uns, unsere Kita-Kinder bald wieder zu sehen.

Zudem appellieren wir an andere Kita-Träger, möglichst vielen Kindern mit verantwortungsvollen Maßnahmen eine Rückkehr in die Kita zu ermöglichen. Denn: Welche Kinder in den Genuss der Förderung in der Kita kommen, darf nicht allein vom Bedarf der Eltern abhängen. Kinder haben ein Recht auf den Besuch in ihrer Kita, um sich die Welt kindgemäß aneignen und ihre Persönlichkeit entwickeln zu können.

Waltraud Weegmann, Carola Kammerlander

 

Donnerstag, 7. Mai 2020

Positionspapier Konzept-e „Die Welt mit Kinderaugen“


Seit nunmehr gut sechs Wochen hat sich unser aller Leben in Deutschland sehr grundlegend verändert. Die Corona-Krise stellt uns vor bisher so nicht gekannte Herausforderungen und der Umgang mit dem Thema bzw. die Suche nach einem Leben mit dem Virus und bis das Virus besiegt ist, wird unter vielerlei Perspektiven diskutiert. Dabei spielt selbstverständlich der Gesundheitsschutz eine große Rolle, aber auch die wirtschaftlichen Folgen für das gesamte Bruttoinlandsprodukt in dieser Zeit. Jede Branche hat ihre Fürsprecher, allenthalben kämpfen Menschen für Unterstützung, um die sie jeweils betreffenden Folgen abzufedern oder zu überstehen. Das ist verständlich und nachvollziehbar. Auch das Thema Kinderbetreuung steht auf der Tagesordnung der Diskussionen, allerdings vor allem unter dem Fokus der Belastung der Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder ihrer Berufstätigkeit nur noch unter großen Organisationsschwierigkeiten nachgehen können, zumal ja Großeltern, soziale Netzwerke, Vereine und Spielplätze von einem Tag auf den anderen weggebrochen sind. Und natürlich auch hier wieder die Folgen für die Unternehmen, denen Mitarbeiter*innen wegen ihrer eigenen Kinderbetreuung nicht mehr vollumfänglich zur Verfügung stehen bzw. im Homeoffice mehr oder weniger gut ihre Aufgaben bewältigen können, wenn die Kinder noch nebenher beschäftigt oder „beschult“ werden wollen.

Von Anfang an gab es Notbetreuung in den Kitas und Schulen für die Kinder von systemrelevant berufstätigen Eltern. Inzwischen wurde diese ausgeweitet auf Alleinerziehende, präsenzpflichtig beschäftigte Arbeitnehmer*innen und zum Glück für Kinder, deren besonders schwierige Situation und Sicherheit dies erfordern. Allerdings ist das ja eine sehr einseitige Herangehensweise, bei der man schon die Frage stellen kann: „Geht es hier darum den ‚Störfaktor Kind‘ zu versorgen?“ Oder wie erklärt es sich, dass es bisher keine formulierten Bedingungen für die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern in den dafür vorhandenen Institutionen gibt, die allein die Perspektive der Kinder zum Ausgangspunkt nehmen?

Kinder sind Personen eigenen Rechts. Sie sind gleich viel wert wie Erwachsene – nur in einem anderen Entwicklungszeitraum. Das bedeutet, dass die Kindheit eine eigene Lebensphase ist, die Zeit der Entwicklung, Sozialisation, Erziehung und Bildung von Menschen. Es bedeutet außerdem, dass der Zweck der Entwicklung, Bildung, Erziehung und Sozialisation nicht darin zu suchen ist, dass die Kinder sich einfügen und passend gemacht werden für eine Umwelt, die Erwachsene geschaffen haben. Sondern dass sie ein eigenständiges, auch festgeschriebenes Recht auf ihre Bedürfnisse, Ziele und Dinge, die ihnen wichtig sind und Freude machen, haben und auf diese Art und Weise hoffentlich neue Ideen in die Welt bringen und selbst die Welt gestalten, in der sie zukünftig leben werden.
Allerdings sind die Kinder stark davon abhängig, welche Lebensbedingungen Erwachsene ihnen dafür zugestehen und welches Umfeld sie ihnen schaffen. Erwachsene haben an dieser Stelle eine große Macht über Kinder und wir sollten uns der großen Verantwortung, die damit für uns einhergeht, sehr bewusst sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die dringende Frage: Wer beleuchtet denn das Thema aus der Kinderperspektive? Wer spricht in ihrem Namen und tritt für ihre ur-eigensten Interessen und Rechte als Kinder ein?

Kinder haben das Recht auf den „heutigen Tag“ und jeder Tag, den wir ihnen in ihrer kindgemäßen Weltaneignung beschränken, ist ein Tag weniger in einem endlichen Lebensabschnitt der Kindheit. Kinder entwickeln sich schnell in ihren jungen Jahren und schon einige wenige Monate sind eine entscheidende und lange Zeit in einem Kinderleben. Kinder brauchen für ihre Sozialisation und Erziehung unabdingbar andere Kinder. Sie müssen gemeinsam mit ihnen auf Erkundung gehen, in ihrer Sprache die Dinge ausdiskutieren, eigene Maßstäbe entwickeln, sich an anderen Kindern der nächstliegenden Entwicklungsstufe orientieren, in Rollenspielen unterschiedliche Ideen und Erlebnisse voneinander erfahren und im Spiel verarbeiten, sich messen ohne Erwachsenenmaßstäben gerecht werden zu müssen. Das können Erwachsene also gar nicht leisten. Kinder brauchen eine vielfältig anregende Umgebung, die ihre Neugier und ihren Forscherdrang anregt. Sie brauchen kulturell und beruflich sich unterscheidende Erwachsene verschiedener Geschlechter, welche ihnen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Lebenserfahrung  Rollenvorbilder sein können und in unterschiedlichsten Themenbereichen begeistert die Welt nahebringen und sie mit ihnen erkunden. Sie brauchen eine anregende sprachliche Umgebung und Platz für ausreichend Bewegung drinnen und draußen. Dies alles können digitale Angebote nicht annähernd leisten und auch ohne Eltern unterstellen zu wollen, dass sie nicht in der Lage seien, ihren Kindern eine gute Umgebung zu schaffen, wird diese Umgebung sehr beschränkt. In Zeiten von Homeoffice, untersagten privaten Kontakten, geschlossenen Spielplätzen, Parks, Zoos, Fußballfeldern,… sowie den damit möglichen Aktivitäten, die man sonst mit seinen Kindern unternehmen könnte, bleiben die Kinder jetzt häufig auf das Spiel alleine oder mit Geschwistern im Kinderzimmer beschränkt, in glücklichen Fällen vielleicht noch im Garten.

Dann gibt es noch die tatsächlich schutzbedürftigen Kinder, die darauf angewiesen sind, dass wir als Gesellschaft auf sie achten, sie sichern und besonders umsorgen sowie fördern. Diese Kinder, die vielleicht den Jugendämtern noch gar nicht präsent und noch nicht in deren besonderer Obhut sind, geraten uns aus dem Blick. Wir wissen, dass sie in schwierigen häuslichen Verhältnissen leben und diesen momentan ausschließlich, intensiv und schutzlos ausgeliefert sind, und können und dürfen das nicht hinnehmen. Sie müssen sofort wieder in ihre Einrichtungen kommen können.

Daher machen wir uns nicht Gedanken, ob oder welche ausgewählten Kinder wieder in die Kitas und Schulen zurückkommen sollten, sondern darum, wie wir es allen Kindern ermöglichen können, wenigstens zeitweise wieder an diesem für sie so wichtigen Sozialisations-, Lern- und freudigem, freiem, kindgerechtem Aufenthaltsort sein zu können. Im Wissen darüber, dass vor allem junge Kinder körperliche Nähe, Emotionalität, sinnliche Erfahrungsmöglichkeiten, Gestik, Mimik, nonverbale und visuelle Kommunikation, körperlich raumgreifende Bewegung und selbstvergessenes, vertieftes Spiel in ihrem kindlichen Sein benötigen, schließen sich das Tragen von Gesichtsmasken oder das Einhalten des Mindestabstands aus. Daher setzen wir auf die Bildung von Gruppen von fünf bis maximal zehn alters- bzw. entwicklungsähnlichen Kindern, die zusammen mit jeweils zwei pädagogischen Betreuungspersonen eine Kohorte bilden, die von den anderen Kohorten im Haus streng räumlich getrennt sind. Jede Kohorte schafft sich in ihrem ausreichend großen Bereich (mindestens doppelt so viel Raum für die Anzahl von Menschen wie vor der Pandemie) ihre anregungsreiche Umgebung, in der sie fest verbleibt. Gemeinschafts- und Hygieneflächen werden abwechselnd genutzt und entsprechend der Hygienevorschriften gereinigt. Wie viele Kinder wie häufig in der Einrichtung sein können, hängt stark von den Gegebenheiten einer jeden Kita ab. Wichtig ist, dass alle Kinder in regelmäßigen Abständen die Gelegenheit haben, mit ihren Freunden zusammenzutreffen, den Bezug zu ihren Betreuer*innen aufrechtzuerhalten, an vielfältig anregenden Impulsen für ihr Spiel und ihre Entwicklung teilzuhaben.

Carola Kammerlander, Waltraud Weegmann

 

 

Mittwoch, 29. April 2020

POSITIONSPAPIER KONZEPT-E
FÜR ELEMENT-I EINRICHTUNGEN UND FDFP – FREIE DUALE FACHAKADEMIE FÜR PÄDAGOGIK

Corona: Notbetreuung nicht ausweiten und stattdessen schrittweise den allgemeinen Betrieb anlaufen lassen
Hintergrund

Die Maßnahmen der Bundesregierung und der Bundesländer haben Wirkung gezeigt und die Kurve der (Neu-)Infektionen flacht ab. Die ersten Schritte zu einem langsamen Neustart wurden nun eingeleitet. Abhängig von den Entscheidungen der Kultusministerien der Länder werden die Grund- und weiterführenden Schulen ihren Schulbetrieb individuell wieder aufnehmen. In Baden-Württemberg wird demnach ab 4. Mai der Unterricht in den Klassen aller allgemeinbildenden Schulen, in denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie in den Abschlussklassen der beruflichen Schulen starten¹³. Die Abschlussklassen der Grundschulen sind bisher von dieser Regelung ausgenommen. Die Kitas bleiben bis auf die Notbetreuung weiterhin bundesweit geschlossen. Diese Notbetreuung wurde seit dem 27. April ausgeweitet auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen – in Baden-Württemberg sehr großzügig und in einem Schritt auf eine Belegung von bis zu 50% der bewilligten Plätze einer Kita. Dies bedeutet für die Kitas, dass die Belegung schnell relativ hoch werden könnte und dabei wenig steuerbar ist.
Inzwischen zeichnet sich auch immer deutlicher ab, dass ein Regelbetrieb wie vor Corona-Zeiten in nächster Zeit nicht in greifbare Nähe rückt. Nach momentanem Stand ist die Notbetreuung bereits bis 15. Juni festgelegt.

Wir haben die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und zum vorsichtigen Anlauf der Bildungseinrichtungen sehr unterstützt. Die Notbetreuung wurde für systemrelevante  Bevölkerungsgruppen organisiert. Darüber hinaus haben wir zusätzliche innovative Angebote geschaffen: Der Austausch mit den Familien der Bezugskinder wird fortgeführt, es werden regelmäßige Impulse geteilt und nachverfolgt. Allerdings können diese Angebote die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen selbstverständlich nicht auf Dauer ersetzen. Kitas haben einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag und somit eine große gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung.

Unsere Position

Die Entscheidung, die Notbetreuung in Kitas und Grundschulen bis zur 7. Klasse auszuweiten, halten wir nicht für den richtigen Ansatz. Auch halten wir eine Auslastung der Betreuungskapazitäten von bis zu 50% im ersten Schritt für sehr hoch. 50% der Kinder sind eine große Anzahl an Menschen, die sich begegnen, ohne dass wir die Auswirkungen abschätzen können. Eine kleinere, aber plan- und steuerbare Anzahl von Kindern hätte mehr Raum zur Verfügung, den sie aufgrund der strengen Reglementierung (nur abwechselnde Nutzung von Gemeinschafts- und Außenflächen) auch dringend benötigt. Es würde dem Bedürfnis der Kinder, mit anderen Kindern zu spielen und eigene Interessen zu verfolgen, gerecht. Damit meinen wir konkret: feste, strikt voneinander isolierte Kleingruppen alters- bzw. entwicklungsähnlicher Kinder (Kohorten). Das ist sinnvoll, da Kinder, wenn ihr Auswahlspielraum an Spielpartnern über eine längere Zeit eingeschränkt ist, alters-/ entwicklungsähnliche Kontakte bevorzugen bzw. sich auch Freundschaften auf diese Weise eher bilden. 

Allerdings müssen wir dringend den wichtigen und verantwortungsvollen ersten Schritt in Richtung Regelbetrieb gehen. Wir fordern deshalb einen Anlauf so zu planen, dass er an die jeweilige aktuelle Corona-Lage angepasst werden kann. Dies kann am einfachsten über die prozentuale Belegung der regulären Plätze einer Kita gesteuert werden. Die Basis für die Belegung sollte neben der Systemrelevanz des Berufes der Erziehungsberechtigten als Allererstes das Wohl des Kindes sein. „Wir reden hier über das Kindeswohl, wir reden auch über den Kinderschutz, und der Kinderschutz ist genauso Gesundheitsschutz.“4  Für eine verantwortungsvolle Umsetzung heißt dies z.B.: Sobald aus medizinischer Sicht eine weitere Lockerung der Kontakteinschränkungen zu vertreten ist, kann eine kontinuierliche Erhöhung oder auch Senkung der Belegung auf der Grundlage unserer (sozial-)pädagogischen Expertise erfolgen.

Wegen der besonderen gesellschaftlichen Bedeutung der Kinderbetreuung ist eine verantwortungsvolle, aber auch kontinuierliche Wieder-Eröffnung der Kitas und Grundschulen notwendig; nicht nur um berufstätige Eltern, sondern auch um Familien in sozial schwierigen Verhältnissen zu entlasten, Kinder mit persönlichem, individuellem Förderbedarf zu unterstützen und unseren Kindern wieder mehr eigenen Raum für ihre Interessen und ihre Freunde zuzugestehen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey² unterstützt die Ausweitung und verweist insbesondere auf erwerbstätige Alleinerziehende und jene Kinder, die jetzt vor der Einschulung in die Grundschule stünden. Man spreche auch über soziale Auswirkungen, also „über die Frage von Kindern, die eher in einer schwierigen Lage zuhause leben“. Viele Experten weisen darüber hinaus, aus unserer Sicht zu Recht, darauf hin, dass Bildungsungerechtigkeiten durch den Kitabesuch überwunden werden können.

Der Zeitraum dieser Ausnahmesituation stellt aus Kindersicht einen erheblichen Anteil ihrer Kindheit und Entwicklungszeit dar. Wenn er noch länger andauert, dann wird er die Kinder beeinflussen und nachhaltig verändern. Daher sollten wir uns die Frage stellen, ob allein die berufliche Unabkömmlichkeit von Eltern, die soziale Situation von Kindern und Familien oder ein konkret bevorstehender schulischer Übergang Kriterien für den Besuch von Kitas oder Schulen sein können oder ob nicht auch das Eigenrecht jedes Kindes auf sinnvolle, entwicklungsfördernde Gestaltung seiner (Kindheits-) Zeit entscheidungsrelevant sein muss. Wir alle wissen: Alle Kinder brauchen für ihre gesunde Entwicklung und ihr Lernen andere Kinder. Sie brauchen eine anregende Umgebung für ihren Spracherwerb, für freies Spiel und für vielfältige neue Entdeckungen. Und sie brauchen genügend Platz und Freiraum für Bewegung – drinnen und draußen.  

Selbstverständlich unter Abwägung der gesundheitlichen Interessen und mit Respekt vor dem Gesundheitsschutz aller Menschen in dieser Zeit der Corona- Pandemie sollte der Neustart der Betreuung und Bildung über die ausgeweitete Notbetreuung in den Einrichtungen hinaus langsam und nach strengen Kriterien erfolgen:

Belegung

Die Belegung müssen wir als Träger steuern (außer bei systemrelevant arbeitenden Eltern).  So können wir dafür sorgen, dass auch Kinder zum Zuge kommen, deren häusliche Lebensverhältnisse z.B. beengter oder belasteter sind. Wir können einen Weg entwickeln, wie Plätze abwechselnd belegt werden, so dass mehr Kinder in beständigen Kleingruppen (Kohorten) regelmäßig in die für ihre gesunde Entwicklung so wichtige Kita kommen könnten.

Die nur teilweise (prozentuale) Belegung (anfangs z.B. mit 25 %) der regulären Belegung jeder einzelnen Einrichtung soll statt der Abstandsregeln zu einer großzügigeren Raumnutzung und Trennung der Gruppen genutzt werden.  Und sie soll auch dazu dienen, Erfahrungen für die Arbeit in voneinander isolierten Kleingruppen (Kohorten) und einen möglichen weiteren Anstieg der Belegung zu sammeln.

Zur Abgrenzung sollen die Kinder in festen, altersähnlichen Kohorten von einem jeweils möglichst gleichbleibendem Team an Mitarbeiter*innen betreut werden können, und zwar

U3 Kinder: maximal fünf Kinder mit zwei päd. Betreuer*innen
Ü3 Kinder: ebenfalls maximal zehn Kinder mit ebenfalls jeweils zwei päd. Betreuer*innen

Jede Einrichtung benötigt darüber hinaus für drei Kohorten eine zusätzliche päd. Betreuer*innen als Springkraft.

So kann die Isolierung auch auf den zu nutzenden Gemeinschaftsflächen sichergestellt werden, da eine individuelle Begleitung einzelner Kinder für z.B. den Toilettengang gewährleistet werden kann, ohne die Betreuung der anderen Kinder der Gruppe zu unterbrechen.

Hygiene

Die Gemeinschaftsflächen wie Eingangs-, Ess- und Toilettenbereich werden zweimal täglich desinfiziert.

Atemschutzmasken und Handschuhe für Erzieher*innen sollen nicht zur Pflicht werden, vor allem im U3-Bereich. Junge Kinder spielen spontan, impulsiv, körperlich aktiv, aber auch vertieft-gedankenverloren, sie sind emotional, suchen Nähe und Wärme, kommunizieren viel gestisch, mimisch, eben nonverbal und visuell und sind auf diese Kommunikationsformen auch angewiesen. Wir favorisieren daher die Regelung der festen Gruppen, um eine Kohortenisolierung zu erreichen. Das heißt konkret, dass wir die schrittweise Erweiterung der Betreuung von Kita-Kindern nicht auf der Grundlage der Einhaltung von Hygieneregeln vorschlagen, auch wenn selbstverständlich auf intensivierte häufigere Reinigung und Desinfektion von Räumen und Spielmaterialien bestanden wird. Er beruht auf der Bildung kleiner, fester Gruppen mit festen Betreuungspersonen. Der enge Kontakt ist auf eine kleine Gruppe beschränkt, innerhalb derer, wie in einer Familie auch, ein Ansteckungsrisiko besteht. Dieses muss in Kauf genommen werden, wenn man Kinder in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen betreuen will. Sobald dem aus epidemiologischer Sicht nicht grundlegend widersprochen werden, halten wir dies für den einzig gangbaren Weg in Anbetracht der Bedürfnisse und entwicklungsgemäßen Gegebenheiten von Kindern und der großen Bedeutung, die die Kitas für sie und ihre Familien haben, um sich schrittweise wieder einem normalen Leben anzunähern.

Voraussetzung hierfür ist auch die durchgängige Verfügbarkeit bei Hand- und Flächen-Desinfektionsmitteln. Diese müssen den Einrichtungen dringend zur Verfügung gestellt werden. Der Betrieb der Einrichtungen ohne diese notwendigen Mittel ist nicht umsetzbar!

Voraussetzungen für Betreuung

Für die jeweils genehmigte Belegung werden zuerst die Kinder der als systemrelevant eingestuften Berufsgruppen entsprechend dem aktuellen Beschäftigungsumfang der Eltern betreut.

Nur Kinder ohne jegliche Erkältungssymptome dürfen in Kitas betreut werden.

Die Belegung der darüber hinaus genehmigten Plätze wird von der Kita nach sozialen und pädagogischen Kriterien gesteuert, wie:

  • Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, in denen angemessene und ausreichende Zuwendung und Anregung von Kindern nicht gewährleistet sind.
  • Kinder aus herausfordernden Lebensverhältnissen, z.B. alleinerziehend, mit unzureichendem sozialem Netz oder mit mehreren Kindern auf beengtem Wohnraum.
  • Kinder mit individuellem Förderbedarf
  • Alle Kinder in Teilzeit und möglicherweise in Schichten, damit diese regelmäßig in die für ihre gesunde Entwicklung so wichtige Kita kommen können.

Die zu betreuenden Kinder werden nach Alter ausgewählt, zuerst die älteren. Grund: Ältere Kinder brauchen noch mehr Bewegung und benötigen für ihre soziale Entwicklung erweiterten Austausch mit Gleichaltrigen. Sie haben außerdem mehr Verständnis für Hygiene- und Abstandsregelungen. Bei den Vorschulkindern ist die Vorbereitung auf den Übergang in die Schule ein weiterer Grund für die Auswahl, das Erlernen und Umsetzen der Regeln ist auch pädagogischer Auftrag.
Die Betreuung der Kinder von Kita-Mitarbeiter*innen muss gesichert sein, damit dies auch umgesetzt werden kann.
Mitarbeiter*innen, die selbst Risikopatienten sind, oder in einem Haushalt mit Risikopatienten leben, werden nicht eingesetzt. Offen ist noch, wer die Gehaltskosten für diese Mitarbeiter*innen übernehmen wird.

¹Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/debatte-kinderbetreuung-101.html

²Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/schulstart-in-bw-kultusminsterin-eisenmann-gegen-verkuerzung-sommerferien-100.html

³Quelle: https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+04+20+Informationen+zur+Wiederaufnahme+des+Schulbetriebs+ab+dem+4_+Mai+2020

4Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/kinder-und-corona-giffey-stufenweise-kitaoeffnungen-vor.694.de.html?dram:article_id=475590

Über Konzept-e

Konzept-e ist ein Trägernetzwerk für Bildung und Betreuung mit element-i Kinderhäusern, element-i Schulen und Erzieher*innen-Fachschulen. Seit rund 30 Jahren bilden, betreuen und erziehen Spezialistinnen und Spezialisten Kinder und Jugendliche, damit sie sich zu freien und starken Menschen entwickeln. Basis dafür ist die eigene Pädagogik element-i, nach der jeder Mensch individuell gefördert wird. Damit leistet Konzept-e einen Beitrag für eine stabile und zukunftsfähige Gesellschaft von morgen.

Weiterführende Infos

Montag, 20. April 2020

POSITIONSPAPIER KONZEPT-E FÜR DIE ELEMENT-I EINRICHTUNGEN UND DIE FDFP – FREIE DUALE FACHAKADEMIE FÜR PÄDAGOGIK

Corona: Notbetreuung nicht ausweiten und stattdessen schrittweise den allgemeinen Betrieb anlaufen lassen
Hintergrund

Die Maßnahmen der Bundesregierung und der Bundesländer haben Wirkung gezeigt und die Kurve der (Neu-)Infektionen flacht ab. Die ersten Schritte zu einem langsamen Neustart werden nun eingeleitet. Abhängig von den Entscheidungen der Kultusministerien der Länder werden die Grund- und weiterführenden Schulen ihren Schulbetrieb individuell wieder aufnehmen. In Baden-Württemberg wird demnach ab 4. Mai der Unterricht in den Klassen aller allgemeinbildenden Schulen, in denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie in den Abschlussklassen der beruflichen Schulen starten¹. Die Abschlussklassen der Grundschulen sind bisher von dieser Regelung ausgenommen. Die Kitas bleiben bis auf die Notbetreuung weiterhin bundesweit geschlossen. Diese Notbetreuung soll nun ausgeweitet werden auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen. Dies bedeutet für die Kitas, dass die Belegung sehr unterschiedlich und sehr wenig steuerbar sein wird.
Wir unterstützen diese Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und zum vorsichtigen Anlauf der Bildungseinrichtungen. Die Notbetreuung wird bisher für systemrelevante  Bevölkerungsgruppen organisiert. Darüber hinaus haben wir zusätzliche innovative Angebote geschaffen: Der Austausch mit den Familien der Bezugskinder wird fortgeführt, es werden regelmäßige Impulse geteilt und nachverfolgt. Diese Angebote können die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen selbstverständlich nicht auf Dauer ersetzen. Kitas haben einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag und somit eine große gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung.

Unsere Position

Die Entscheidung, die Notbetreuung in Kitas und Grundschulen bis zur 7. Klasse auszuweiten, halten wir nicht für den richtigen Ansatz. Allerdings müssen wir einen ersten wichtigen und verantwortungsvollen Schritt in Richtung Regelbetrieb gehen. Wir empfehlen deswegen einen Anlauf so zu steuern, dass er an die jeweilige aktuelle Corona-Lage angepasst werden kann. Dies kann am einfachsten über die prozentuale Belegung der üblichen Plätze einer Kita gesteuert werden. Sobald aus medizinischer Sicht eine weitere Lockerung der Kontakteinschränkungen zu vertreten ist, empfehlen wir eine kontinuierliche Erhöhung oder auch Senkung der Belegung auf der Grundlage unserer
(sozial-)pädagogischen Expertise. Wegen der besonderen gesellschaftlichen Bedeutung der Kinderbetreuung ist eine verantwortungsvolle, aber auch kontinuierliche Wieder-Eröffnung der Kitas und Grundschulen notwendig; nicht nur um berufstätige Eltern, sondern auch um Familien in sozial schwierigen Verhältnissen zu entlasten und Kinder mit persönlichem, individuellem Förderbedarf zu unterstützen. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey² unterstützt diese Argumentation und verweist auf erwerbstätige Alleinerziehende und jene Kinder, die jetzt vor der Einschulung in die Grundschule stünden. Man spreche auch über soziale Auswirkungen, also „über die Frage von Kindern, die eher in einer schwierigen Lage zuhause leben“. Viele Experten weisen, aus unserer Sicht zu Recht, darauf hin, dass Bildungsungerechtigkeiten durch den Kitabesuch überwunden werden können.

Der Neustart der Betreuung und Bildung über die ausgeweitete Notbetreuung in den Einrichtungen hinaus sollte allerdings langsam und nach strengen Kriterien erfolgen:

Belegung

Die nur teilweise (prozentuale) Belegung (anfangs 25 %) der regulären Belegung unserer einzelnen Einrichtungen soll zur Einhaltung der Abstandsregeln und Trennung der Gruppen genutzt werden. Grundlage hierfür ist die klassische Berechnung von notwendigen drei Quadratmetern pro Kind im Regelbetrieb. Das bedeutet, dass einer normalen Gruppe mit 20 Kindern 60 Quadratmeter als Gruppenraum oder Haupt- mit verbundenem Nebenraum zur Verfügung steht. Darin würden nun neu fünf Kinder mit ihren Betreuungspersonen sein, was 25 % Belegung entspricht und dem Abstandsgebot Rechnung trägt.

Für die Kohortenisolierung sollen die Kinder in festen, altersähnlichen Gruppen von einem festen Team an Mitarbeiter*innen betreut werden können, und zwar

  • U3 Kinder: maximal fünf Kinder mit zwei Erzieher*innen
  • Ü3 Kinder: ebenfalls maximal fünf Kinder mit jeweils einer Erzieher*in

Jede Einrichtung benötigt darüber hinaus für drei Kohorten eine zusätzliche Erzieher*in als Springkraft.
So kann die Isolierung auch auf den zu nutzenden Gemeinschaftsflächen sichergestellt werden, da eine individuelle Begleitung einzelner Kinder für z.B. den Toilettengang gewährleitest werden kann, ohne die Betreuung der anderen Kinder der Gruppe zu unterbrechen.

Hygiene

Die Gemeinschaftsflächen wie Eingangs-, Ess- und Toilettenbereich werden zweimal täglich desinfiziert.
Atemschutzmasken und Handschuhe für Erzieher*innen sollen nicht zur Pflicht werden, vor allem im U3-Bereich. Junge Kinder spielen spontan, impulsiv, körperlich aktiv, aber auch vertieft-gedankenverloren, sie sind emotional, suchen Nähe und Wärme, kommunizieren viel gestisch, mimisch, eben nonverbal und sind auf diese Kommunikationsformen auch angewiesen. Wir favorisieren daher die Regelung der festen Gruppen, um eine Kohortenisolierung zu erreichen. Das heißt konkret, dass wir die schrittweise Erweiterung der Betreuung von Kita-Kindern nicht auf der Grundlage der Einhaltung von Hygieneregeln vorschlagen, auch wenn selbstverständlich auf intensivierte häufigere Reinigung und Desinfektion von Räumen und Spielmaterialien bestanden werden muss. Er beruht auf der Bildung kleiner, fester Gruppen mit festen Betreuungspersonen. Der enge Kontakt ist auf eine kleine Gruppe beschränkt, innerhalb derer, wie in einer Familie auch, ein Ansteckungsrisiko besteht. Dieses muss in Kauf genommen werden, wenn man Kinder in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen betreuen will. Sollte dem aus medizinischer Sicht nicht grundlegend widersprochen werden, halten wir dies für den einzig gangbaren Weg in Anbetracht der Bedürfnisse und entwicklungsgemäßen Gegebenheiten von Kindern und der großen Bedeutung, die die Kitas für sie und ihre Familien haben, um sich schrittweise wieder einem normalen Leben anzunähern.
Es gibt durchgängig Engpässe bei Hand- und Flächen-Desinfektionsmittel. Diese müssen den Einrichtungen dringend zur Verfügung gestellt werden. Der Betrieb der Einrichtungen ohne diese notwendigen Mittel ist nicht umsetzbar! Dasselbe gilt für Mundschutz, sollte eine Mundschutz-Pflicht in Kraft treten.

Voraussetzungen für Betreuung

Für die jeweils genehmigte Belegung werden zuerst die Kinder der als systemrelevant eingestuften Berufsgruppen entsprechend dem aktuellen Beschäftigungsumfang der Eltern betreut.
Nur Kinder ohne jegliche Erkältungssymptome dürfen in Kitas betreut werden.
Die Belegung der darüber hinaus genehmigten Plätze werden von der Kita nach sozialen und pädagogischen Kriterien vergeben, wie:
Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, in denen angemessene und ausreichende Zuwendung und Anregung von Kindern nicht gewährleistet sind.
Kinder aus herausfordernden Lebensverhältnissen, z.B. alleinerziehend, mit unzureichendem sozialem Netz oder mit mehreren Kindern auf beengtem Wohnraum.
Kinder mit individuellem Förderbedarf.
Die zu betreuenden Kinder werden nach dem Alter ausgewählt, zuerst die älteren. Grund: Ältere Kinder brauchen mehr Bewegung und benötigen für ihre soziale Entwicklung erweiterten Austausch mit Gleichaltrigen. Sie haben außerdem mehr Verständnis für Hygiene- und Abstandsregelungen. Bei den Vorschulkindern ist die Vorbereitung auf den Übergang in die Schule ein weiterer Grund für die Auswahl, das Erlernen und Umsetzen der Regeln ist auch pädagogischer Auftrag.
Die Betreuung der Kinder von Kita-Mitarbeiter*innen muss gesichert sein.
Mitarbeiter*innen, die selbst Risikopatienten sind, oder in einem Haushalt mit Risikopatienten leben, werden nicht eingesetzt. Die öffentliche Hand soll die Lohnkosten für diese Mitarbeiter*innen übernehmen.
Eine verantwortungsvolle Wiederaufnahme des Betriebs ist für uns sowie für die Kommunen und Länder auch eine wirtschaftliche Erleichterung. Eine sich schrittweise erweiternde Betreuung bis hin zum Regelbetrieb muss aber auch finanziell abgesichert sein. Zum Erhalt der Betreuungskapazitäten über die Krise hinaus, muss es eine verlässliche Regelfinanzierung durch die Kommunen und Länder geben.

¹Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/debatte-kinderbetreuung-101.html
²Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/schulstart-in-bw-kultusminsterin-eisenmann-gegen-verkuerzung-sommerferien-100.html

 

Dienstag, 14. April 2020

Corona: (langsamen) Neustart der Kita-Betreuung ermöglichen

Die Vorsitzende des Deutsche Kitaverbandes Waltraud Weegmann empfiehlt eine schrittweise Rückkehr zum Kita-Alltag, sobald aus medizinischer Sicht eine Lockerung der Kontakteinschränkungen zu vertreten ist. Wegen der besonderen gesellschaftlichen Bedeutung der Kinderbetreuung ist eine gewissenhafte Wieder-Eröffnung notwendig, um berufstätige Eltern zu entlasten und den Kindern wieder Raum mit ihren Freunden für ihre weitere Entwicklung zu geben.

Hier die detaillierte Position des Verbandes:
https://www.deutscher-kitaverband.de/positionspapier-langsamen-neustart-der-kita-betreuung-ermoeglichen/

 

Montag, 16. März 2020

Gemäß der Entscheidung der Landesregierung Baden-Württemberg wird ab Dienstag, den 17. März der Betrieb von Kindertagesstätten und Schulen ausgesetzt. Es wird eine Notfallbetreuung eingerichtet, um die Eltern, die in den Bereichen der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ tätig sind, zu entlasten.

Zur kritischen Infrastruktur zählen insbesondere die Gesundheitsversorgung (medizinisches und pflegerisches Personal, Hersteller von für die Versorgung notwendigen Medizinprodukten), die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), die Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur (Telekommunikation, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung) sowie die Lebensmittelbranche. Voraussetzung für den Anspruch auf Notfallbetreuung ist, dass beide Elternteile, bzw. der alleinerziehende Elternteil im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig ist und dass kein anderer Erziehungsberechtigter verfügbar ist, um die Betreuung zu übernehmen. Maßgeblich ist hier nicht die Zugehörigkeit zu einem Unternehmen dieser Branchen, sondern eine konkret mit den genannten Grundbedürfnissen zusammenhängende Aufgabenwahrnehmung.

Die Notfallbetreuung deckt den Zeitraum der bisherigen Betreuungszeit dieses Kindes bzw. der Kinder ab.

Betreuungs- und Verpflegungsbeiträge sind vorerst wie gewohnt fällig. Über mögliche Erstattungen werden noch Regelungen getroffen, diese würden aber in jedem Fall zu einem späteren Zeitpunkt per Rückerstattung erfolgen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den/die Ansprechpartner/in des jeweiligen Kinderhauses oder der Schulen. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Detailseite unserer Einrichtungen:

Kinderhäuser

Schulen

Die Pädagoginnen und Pädagogen der element-i Kinderhäuser haben sich außerdem ein paar Impulse für die Zeit daheim überlegt. Alle Updates und Ideen finden Sie hier.