Wie wichtig ist Feedback?

„Ob ich verstanden worden bin – so, wie ich es beabsichtigt habe – kann ich erst durch das Feedback meines Gegenübers erfahren.“ Paul Watzlawik

Beim Feedback-Geben ist es wichtig darauf zu achten, Menschen zu stärken und zu motivieren. Bei einem positiven Feedback ist dies leicht zu bewerkstelligen. Ein negatives Feedback anzubringen, kann hingegen eine Hürde darstellen. In jedem Fall ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass der andere aus Ihrem Feedback lernen kann. Und wenn Sie bemerken, dass die andere Person ihr Verhalten – vielleicht aufgrund Ihres Feedbacks – verändert hat, so ist eine Wertschätzung sicherlich angebracht. Beschreiben Sie die positive Veränderung, die Sie wahrnehmen, und nehmen Sie sie nicht als gegeben hin.

Lassen Sie Ihrem Gegenüber die Wahl, Ihre Kritik zu akzeptieren oder auch abzulehnen. Geben Sie sowohl positives wie auch negatives Feedback. Konstruktive Kritik zu üben, kostet ein wenig Überwindung. Trauen Sie sich. Dadurch bieten Sie dem Gegenüber eine andere Sicht auf die Situation oder das Verhalten an. Eine zweite Sicht kann dabei helfen, objektiver zu sein, und verhilft Ihrem Gegenüber zu einem differenzierten Selbstbild. Bitte bedenken Sie dabei, dass Sie das Feedback konstruktiv formulieren. Überlegen Sie, wie Sie selbst das Feedback am besten annehmen würden. Eventuell hilft Ihnen diese Formulierung: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die passende Formulierung finde, aber ich will es trotzdem einmal so ausdrücken …“. Probieren Sie es einfach aus – seien Sie mutig! Es ist leichter, als Sie denken.

Wenn Sie gelernt haben, Ihr Feedback konstruktiv zu formulieren, werden Sie früher oder später bemerken, dass man sich für Ihr wertschätzendes, konstruktives Feedback bei Ihnen bedankt. Es kann sogar sein, dass Sie um ein Feedback gebeten werden.

In jedem Team treffen wir Persönlichkeiten an, die verschieden reagieren. Was für den einen klar und richtig zu sein scheint, löst beim Anderen Bedenken aus. Manche Menschen sind aufgrund ihrer Vorerfahrungen eher verunsichert als andere. Manche sehen bei einer Aufgabe eher die Probleme, andere eher die Lösungen. Manche sind belastbar und können mit Arbeitsdruck besser umgehen als andere. Manche setzen sich unter hohen Erwartungsdruck. Dann gibt es Menschen, die Probleme offen ansprechen. Andere versuchen Probleme zu ertragen. Dies alles beeinflusst das Kommunikationsverhalten – denken Sie an den Eisberg! Kurzum: ein klarer, sachlicher und wertschätzender Umgang mit dem Gegenüber wird die Kommunikation im Team fördern. Es benötigt nur ein bisschen Mut.

Berufliche Ausbildung, Erfahrung und Arbeitsschwerpunkte können das Kommunikationsverhalten beeinflussen. Vor allem in unseren multiprofessionellen Teams basiert die Kommunikation häufig auf dem Blickwinkel der eigenen Profession. Dieser Standpunkt wird häufig vehement vertreten und als der wichtigste und einzig richtige erachtet. So kann das gegenseitige Sich-Verstehen leiden, manchmal reden die Menschen aneinander vorbei. Oft hilft es nachzufragen: „Habe ich Dich richtig verstanden, dass …?“

Folgende Vorschläge können ein Feedbackgespräch (ob face to face oder in größeren Gruppen) erleichtern:

  1. Sprechen sie klare, deutliche Sätze, und vermeiden Sie Wörter wie: „hätte, könnte, sollte, würde“.
  2. Hören sie aktiv zu.
  3. Schauen Sie ihren Gesprächspartner*in an.
  4. Nehmen Sie sich Zeit.
  5. Fragen Sie nach.
  6. Stellen Sie offene Fragen (W-Fragen).
  7. Achten Sie auf die Mimik und Körpersprache Ihres Gegenübers und seien sie sich ihrer bewusst.
  8. Sprechen Sie in „Ich-Botschaften“ – verbannen sie „man“ aus ihrem Wortschatz.
  9. Fassen Sie das Ergebnis des Gespräches zusammen und fragen Ihren Gesprächspartner*in, ob sie mit der Zusammenfassung einverstanden ist.

Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen, Ängste, Erfolge, Änderungen oder andere Gedanken zum Thema mit mir teilen und diesen Artikel kommentieren.

Quelle: Erger, Raimund (2012): Teamarbeit und Teamentwicklung in sozialen Berufen. 1. Auflage. Berlin: Cornelsen

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Barbara Schmieder
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